Die Oberstufe schliesst

Zuzwil/Iffwil

Ab dem übernächsten Schuljahr besuchen die Realschüler von Zuzwil und Iffwil den Unterricht im benachbarten Jegenstorf.

Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen von Zuzwil und Iffwil werden künftig in Jegenstorf zur Schule gehen.

Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen von Zuzwil und Iffwil werden künftig in Jegenstorf zur Schule gehen.

(Bild: ZVG)

Hans Ulrich Schaad

Die Oberstufe in Zuzwil ist klein. Noch ein knappes Dutzend Schülerinnen und Schüler werden in einer Realklasse unterrichtet. Sie kommen aus dem Dorf selber und aus Iffwil, das mit dem Nachbardorf einen Vertrag hat. Damit ist aber im Sommer 2020 Schluss. Der Gemeinderat Iffwil hat den Vertrag auf diesen Zeitpunkt gekündigt. Alle Schülerinnen und Schüler (Real und Sek) werden danach in Jegenstorf die Oberstufe besuchen.

Nicht durchlässig

«Auslöser für diesen Entscheid ist die Chancengleichheit für die Schüler», sagt der zuständige Iffwiler Gemeinderat Daniel Friedli. Die Durchlässigkeit sei in der kleinen Oberstufe nicht möglich. Kinder könnten in den Hauptfächern Deutsch, Französisch und Mathematik nicht entsprechend ihrer Stärken gefördert werden.

Zudem bewilligt der Kanton wegen der geringen Klassengrösse in Zuzwil nur das Minimum der Lektionen, die Pflichtlektionen gemäss Lehrplan. Fakultative Fächer können nicht angeboten werden.

Friedli fügt an, dass auch immer mehr Jugendliche den Übertritt in die Sekundarschule schaffen und nur noch wenige die Realklasse in Zuzwil besuchen. Aus Sicht der Chancengleichheit würden in Jegenstorf für alle die gleichen Möglichkeiten offenstehen, heisst es in einem Schreiben  an die Eltern.

Daniel Friedli betont, dass finanzielle Aspekte beim Entscheid überhaupt keine Rolle gespielt haben: «Es geht um eine gute Bildung.» Er ist überzeugt, dass der nun eingeschlagene Weg der richtige ist. Keinen Einfluss hat das Ganze auf die Primarstufe und den Kindergarten. Iffwil wird die Primarstufe weiterhin selber führen, die Kindergärteler gehen auch in Zukunft nach Zuzwil.

Nicht überraschend

Für den Zuzwiler Gemeindepräsidenten Rolf Gnehm ist der Entscheid aus dem Nachbardorf nicht aus heiterem Himmel gekommen. Er habe sich abgezeichnet. Wegen der geringen Klassengrösse habe auch die Schulinspektorin auf eine Änderung gedrängt. Nun musste auch Zuzwil handeln, weil die Klassen noch kleiner würden ohne die Jugendlichen aus Iffwil.

Und die Gemeinde geht den gleichen Weg. Ab dem Sommer 2020 besuchen alle Jugendlichen ab der 7. Klasse den Unterricht in Jegenstorf. Eine Weiterführung der Oberstufe mache keinen Sinn.

Entscheid tut weh

Im Herzen hänge er an einer eigenen Oberstufe, räumt Rolf Gnehm ein, aber: «Die Realität sieht anders aus. Die Durchlässigkeit mit Niveauunterricht ist ein Vorteil.» Die beiden Gemeinden werden nun mit Jegenstorf den Vertrag ergänzen für die Realklassen.

Im Schulhaus Zuzwil wird dadurch bald ein Klassenzimmer frei, wodurch sich ein Problem löst. Wegen Platzmangel wird der Raum des alten Kindergartens im Gemeindehaus als zusätzliches Schulzimmer genutzt.

Berner Zeitung

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