Die perfekte Welle kann kommen

Ittigen

Unter der Tiefenaubrücke in Worblaufen soll eine künstliche Welle für Surfer entstehen. Die Gemeinde­versammlung genehmigte die dafür nötige Uferschutzplanung.

In Worblaufen wird wohl schon bald auf einer künstlichen Welle gesurft.

In Worblaufen wird wohl schon bald auf einer künstlichen Welle gesurft.

(Bild: Walter Pfäffli)

Stephanie Jungo

Uferschutzplanung: Der Titel des Geschäfts, das der Gemeindeversammlung in Ittigen am Dienstagabend vorgelegt wurde, klang wenig spektakulär. Im Antrag des Gemeinderats ging es um Änderungen des Zonenplans und einen neuen Uferschutzplan. Doch dahinter verbirgt sich ein Vorhaben mit Strahlkraft: «Es ist ein Projekt, um ein Naherholungsgebiet für die ganze Region zu schaffen», sagte Gemeinderat Philipp Roth (Bürgervereinigung Ittigen).

Denn die Zonenplanänderung ebnet den Weg für die Aufwertung des Aareufers in Worblaufen. Geplant sind dort ein ­neues Wassersportzentrum mit Buvette und Terrasse, eine neue Wasserungsstelle und eine Flusswelle. Die anwesenden Bürger sprachen sich mit einer deutlichen Mehrheit für das Projekt aus. Hervorgehoben wurde besonders die Aarewelle. Als «Hotspot mit regionaler Bedeutung» bezeichnete Roth das Vorhaben.

«Die Aarewelle wird ein Hotspot mit ­regionaler ­Bedeutung.»Philipp Roth

Boomende Sportart

Das Surfen hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt (siehe Kasten). Auch in Bern stösst das Wellenreiten zunehmend auf Beliebtheit. Schon länger ist eine künstliche Welle in der Aare geplant. Ursprünglich sollte diese beim Schwellenmätteli realisiert werden. Diese Idee wurde jedoch wegen Sicherheits- und Naturschutzbedenken verworfen. Fündig wurden die Initianten des Vereins Flusswelle Bern schliesslich unterhalb der Tiefenau­brücke.

Kritik an Vorhaben

Das Projekt, das voraussichtlich 11,5 Millionen Franken kosten wird, kam nicht bei allen Anwesenden gut an. «Wo wird man parkieren können?», fragte ein Anwesender. Denn viele Parkplätze würden durch das Vorhaben verschwinden. «Glaubt ihr wirklich, dass alle Surfer künftig zu Fuss zur Welle kommen werden?», fragte ein anderer.

Doch nicht nur die Parksituation sorgte für Kritik. «Häufig halten sich Chaoten am Aareufer auf», sagte ein Anwohner. Jeden Sonntagmorgen müsse er Bierflaschen wegräumen. Das werde sich bestimmt noch verschlimmern. Ein junger Mann hielt dagegen: «Wenn das Ufer aufgewertet wird, tragen die jungen Menschen auch mehr Sorge dazu und weisen andere zurecht, die Bierflaschen wegwerfen.»

Schützenhilfe erhielt er vom Präsidenten der Bürgerverei­nigung Ittigen Jörg Kaufmann. «Wenn wir nichts machen, wird sich an den chaotischen Situationen nichts ändern.» Eine Belebung des Ufers durch Wassersportzentrum und Aarewelle würde hingegen Abhilfe schaffen. So argumentierte auch der Gemeinderat, und eine Mehrheit der Anwesenden folgte seinem Antrag.

Berner Zeitung

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