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Die Worber Fussballer müssen warten

Das Parlament hat entschieden: Die Vorlage für das neue Kunstrasenfeld wird zurückgewiesen, weil im Vorfeld nirgends eine allfällige Umweltverschmutzung durch Plastikteile thematisiert worden war.

Annic Berset
Hier sollte ein Kunstrasenfeld entstehen: Nun hat das Worber Parlament das Projekt aber zurückgewiesen.
Hier sollte ein Kunstrasenfeld entstehen: Nun hat das Worber Parlament das Projekt aber zurückgewiesen.
Adrian Moser

Das gibt es in Worb auch nicht alle Tage: einen proppenvollen Saal an der Sitzung des Grossen Gemeinderats (GGR). Die Zuschauertribüne ist voll, drinnen drängen sich über hundert Fussballer auf den Stühlen, gelbe und blaue Trainingsanzüge stechen weit mehr ins Auge als Anzug und Krawatte der Parlamentarier. Die vielen Fussballer waren diese Woche aus genau einem Grund in die Sitzung geströmt: Alle wollten sich anhören, wie der Grosse Gemeinderat den Kredit über 1,7 Millionen Franken für den Einbau des geplanten Kunstrasenfeldes im Worbboden genehmigen wird.

So weit kam es aber nicht. Zur Überraschung der meisten Anwesenden verlangten die Parteien mit Ausnahme der EVP alle eine Rückweisung des Geschäfts an den Gemeinderat. Ein wichtiger Punkt fehlte dem Gros der Politiker in der Botschaft: «Die Problematik der Umweltverschmutzung wird nicht thematisiert», kritisierte der Sprecher der Geschäftsprüfungskommission (GPK). Es sei nicht klar, ob das Gummigranulat im geplanten Kunstrasen der Umwelt schaden könnte, sollte es beispielsweise ins Wasser gelangen. «Wir müssen weitere Varianten prüfen.» Die GPK forderte einen Vergleich zwischen einem verfüllten und einem unverfüllten Kunstrasen – der eine mit und der andere ohne Granulat.

Den Vergleich führte Gemeindepräsident Niklaus Gfeller (EVP) gleich selber vor, verglich die Umweltverträglichkeit und die Kosten der beiden Rasen und strich hervor, dass das Parlament an diesem Abend über die eine oder die andere Variante abstimmen könne. Der unverfüllte Kunstrasen ist zwar in der Anschaffung 200000 Franken teurer als der verfüllte. Auf die Dauer von zwanzig Jahren würde er aber nicht mehr kosten, weil der Unterhalt dieses Rasens günstiger wäre.

Gfellers Argumente und auch seine Bitte, das Geschäft nicht zurückzuweisen, «weil es sonst dieses Jahr keinen Kunstrasen geben wird», fanden kein Gehör. «Niemand bestreitet, dass wir den neuen Rasen brauchen, dieser Rückschritt ist aber nötig», erklärte etwa die GLP. Mit 29 zu 7 Stimmen wurde der Kredit abgelehnt. Nun muss der Gemeinderat die Botschaft überarbeiten und sie erneut vorlegen. Und man kann sicher sein, dass sich der Saal auch nächstes Mal, wenn der Kunstrasen im GGR Thema sein wird, mit zahlreichen Fussballern füllen wird. (abe)

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