Die Schönburg wird nicht zum Hotel

Bern

Der bisherige Hauptsitz der Post wird nicht zu einem Hotel umgebaut. Berns Tourismusdirektor spricht von einer «verpassten Chance». Für den Stadtpräsidenten hingegen ist dies «keine Hiobsbotschaft».

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Schlechte Nachrichten für Berns Tourismusdirektor Markus Lergier. Die Schönburg, der bisherige Hauptsitz der Post, wird nicht in ein Hotel umgewandelt, wie der «Bund» berichtet. Kommendes Frühjahr verlegt die Post ihren Hauptsitz in den Neubau in der Wankdorf-City. Die künftige Nutzung der Schönburg an der Viktoriastrasse bleibt offen.

Eine Mehrfachnutzung mit temporären Wohnungen und einem Luxushotel, wie dies die Credit Suisse als damalige Besitzerin geplant hatte, kommt für die neue Liegenschaftsbesitzerin nicht infrage. Man führe die Planungsarbeiten des CS-Fonds nicht weiter, sagt Peter Lehmann von der Immobilienfirma Swiss Prime Site (SPS). Das Unternehmen, das die Schönburg im Oktober gekauft hat, prüft vier Szenarien. Diese reichen vom Abbruch über eine Renovation bis hin zum Neubau.

Voraussichtlich kommenden Sommer soll klar sein, für welche Variante sich das Unternehmen entscheidet. Je nach Variante wird die Realisierung bis zu fünf Jahre dauern. In der Zwischenzeit soll das Gebäude zwischengenutzt werden. Die SPS denkt dabei an Büroräume. Man wolle das Haus während der Zwischenphase nicht leer stehen lassen, aber auch nicht Millionen investieren, so Lehmann.

Lergier sucht das Gespräch

2013 zählte Bern Tourismus 710786 Logiernächte. Markus Lergier, Direktor von Bern Tourismus, beklagt schon länger einen Mangel an Hotels in Bern. Die Hotelentwicklung habe mit der touristischen Infrastrukturentwicklung nicht mitgehalten. «Ich würde es sehr bedauern, wenn in der Schönburg kein Hotel gebaut werden könnte», sagt Lergier. Einen besseren Standort für ein Hotel gebe es nicht.

Für Lergier wäre es eine «verpasste Chance für die Weiterentwicklung des Tourismusstandorts Bern zu einem dringenden und auch günstigen Zeitpunkt». Er will darum mit Peter Lehmann von der SPS sprechen und ihm die Bedeutung eines neuen Hotels aufzeigen.

Tschäppät will Wohnungen

Dass es in Bern zu wenig Hotels gibt, haben auch die Behörden erkannt. In den Legislaturrichtlinien 2013 bis 2016 schreibt der Gemeinderat, dass die Stadt die Rahmenbedingungen für zusätzlich 500 Hotelbetten schaffen soll.

Dennoch ist der Entscheid der SPS für Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) «keine Hiobsbotschaft». Touristisch sei dies sicher bedauerlich, was aber in der Stadt Bern am meisten fehle, sei genügend Wohnraum. Mit dem Wegfallen eines Hotels falle das Interesse der Stadt an der Schönburg nicht weg. Tschäppät ist überzeugt, dass in der Schönburg eine Nutzung entstehen kann, die auch für die Stadt interessant ist.

Der Stadtpräsident denkt dabei in erster Linie ans Wohnen. Die Toplage sei beispielsweise ideal für Eigentums- oder Appartementwohnungen oder für betreutes Wohnen. «Eine Hiobsbotschaft wäre für mich gewesen, wenn es in der Schönburg nur Büros geben würde», sagt Tschäppät.

Berner Zeitung

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