Die Schule auf dem Belpberg ist gerettet

Belp

Eltern aus Belp schicken ihre Kinder in die Landschule auf dem Belpberg.

Vier neue Schüler aus Belp besuchtn bald die Schule auf dem Belpberg (Archivbild).

Vier neue Schüler aus Belp besuchtn bald die Schule auf dem Belpberg (Archivbild).

(Bild: Andreas Blatter)

Johannes Reichen

Die Schule Belpberg besteht aus einer Basisstufe (Kindergarten bis 2. Klasse) und einer Mehrjahrgangsklasse (3. bis 6. Klasse). Mit aktuell 30 Kindern drohte der Schule für Sommer 2020 das Aus. Denn die vom Kanton geforderten Klassengrössen werden damit kaum mehr erfüllt.

Doch nun hat die Gemeinde Belp eine Lösung gefunden. Einige Eltern aus dem Dorf schicken ihre Kinder künftig auf den Berg in den Unterricht. Für das nächste Schuljahr verzeichnet die kleine Landschule sieben Zuzüge. Der Kanton habe diese Lösung gutgeheissen, sagt Gemeinderat Adrian Kubli (SP). «Damit wird die Schule mindestens ein Jahr länger weiterbestehen.»

Neu 35 Schüler

Besonders in der Basisstufe war die Lage kritisch. Ohne Hilfe von unten hätte sie ab Sommer nur noch 13 Kinder gezählt. Nun stossen vier neue Schüler hinzu. Mit 17 Schülern ist der Fortbestand vorläufig gesichert. Etwas besser sieht es bei der Mehrjahrgangsklasse aus. Aber auch hier sind die drei zusätzlichen Kinder willkommen. Die Klasse zählt dann 18 Schüler.

Die Eltern, die sich für den Belpberg entschieden hätten, fänden es einen Vorteil, wenn die jüngeren von den ältereren Schülern lernen könnten, sagt Kubli. Das Belpberger Schulmodell wird im Dorf nicht angeboten. Auch schätzten sie die ländliche Umgebung der kleinen Schule. «Hier kennt man sich.» Für die Gemeinde sei die Lösung ein Glücksfall. Denn der Schulraum sei knapp, der Belpberg könne da vorübergehend eine Entlastung bieten. Die Situation soll sich bald verbessern. Der Gemeinderat plant, die drei Schulanlagen für 70 Millionen Franken zu sanieren und zu erweitern.

Ein Treffpunkt

Mit der Schule bleibe den Einwohnern ein Treffpunkt erhalten. «Das entspricht einem Bedürfnis.» Bei einer Schliessung würde sich auch die Frage stellen, was mit dem Gebäude passiert. Aufgrund des Zonenplans wäre ein Umbau zu Wohnungen nicht möglich gewesen. Ob sich die Fortführung der Schule finanziell lohnt, sei schwer sagen, meint Kubli. Sicher sei der Schülertransport so günstiger. Denn bei einer Schliessung hätten die Belpberger Schüler ins Dorf transportiert werden müssen. In diesem Fall würden hingegen die Lehrerlöhne wegfallen – dafür müsste vielleicht im Dorf eine neue Klasse eröffnet werden.

Berner Zeitung

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