Die Stromfresser füttern, wenn die Sonne scheint

Fraubrunnen

Digitale Steuerungen für Solarenergie gibt es viele. Mit Jörg Rothenbühler beteiligt sich nun auch ein einzelner Tüftler an diesem Markt.

Damit sich Solarstrom besser einsetzen lässt: Jörg Rothenbühler mit dem Steuerungsgerät, das er entwickelt hat.

Damit sich Solarstrom besser einsetzen lässt: Jörg Rothenbühler mit dem Steuerungsgerät, das er entwickelt hat.

(Bild: Beat Mathys)

Peter Steiger

Sonnenenergie: Da strahlen die Ökoschützer vor Freude. Der Strom vom Dach hat allerdings auch seine Tücken. Die Sonne scheint nicht immer dann, wenn man ihre Kraft benötigt. Das Problem lässt sich ein Stück weit lösen, wenn man die Energie speichert. Oder wenn man die Stromfresser jeweils nur dann einschaltet, wenn der Himmel blau ist.

Mithilfe der Wetterprognose

Die Maschinen und die Sonne ständig im Auge zu behalten, ist mühsam. Steuergeräte, die den Betreibern von Kleinanlagen diese Arbeit wenigstens teilweise abnehmen, gibt es verschiedene. Auch Grosskonzerne wie Siemens und Alpiq haben Angebote. Mit Jörg Rothenbühler beteiligt sich nun auch ein Einmannunternehmen an diesem Markt. «Ich bin als David Goliath einen Schritt voraus», sagt Rothenbühler stolz. Seine Firma in Fraubrunnen ist auf Energieberatungen spezialisiert.

Rothenbühlers Gerät Remaline zeigt an, wie viel Verbrauch anfällt und wie viel Strom die Fotovoltaik-Anlage produziert hat. Der Apparat prognostiziert mithilfe der Wettervorhersage wie viel Energie zu erwarten ist. Der Chef oder die Chefin des hauseigenen Sonnenkraftwerks weiss nun, wann am nächsten Tag die Waschmaschine oder der Geschirrspüler einzuschalten sind, um vom günstigen, selbst hergestellten Strom zu profitieren.

Die Maschinen einschalten – das ist immer noch Handarbeit. Sie wäre nicht mehr nötig, wenn sich die Produkte von Miele, Bauknecht&Co. zeitlich programmieren liessen. «Remaline könnte dies technisch bewerkstelligen, doch die Elektrogerätehersteller sind noch nicht so weit», sagt Jörg Rothenbühler. Bereits jetzt kann sein Gerät selbstständig Boiler an- und ausschalten.

Gratisstrom vom Dach

Die Komponenten für Remaline stammen aus der Schweiz und mehreren EU-Ländern. Das Gerät kostet rund 2500 Franken, einschliesslich Installation muss der Käufer etwa 3500 Franken bezahlen. Die Investition rechnet sich laut Rothenbühler, weil der Kunde mehr selbst produzierten Gratisstrom verwendet. Er schätzt, dass sich der Aufwand in sechs bis sieben Jahren amortisiert. Drei Remaline-Anlagen sind bereits in Betrieb, weitere sind zurzeit geplant.

Berner Zeitung

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