Die Turnhallenfrage drängt sich auf

Ostermundigen

Es pressiert: Schon ab nächstem Jahr werden in Ostermundigen mehr Schulräume benötigt als vorhanden sind.

Der Gemeinderat schlägt vor, auf dem Rothus-Areal eine neue Turnhalle zu bauen. Derweil muss sich die heilpädagogische Christophorusschule nach einem neuen Standort umschauen.

Der Gemeinderat schlägt vor, auf dem Rothus-Areal eine neue Turnhalle zu bauen. Derweil muss sich die heilpädagogische Christophorusschule nach einem neuen Standort umschauen.

(Bild: Raphael Moser)

Annic Berset

Ostermundigen wächst, die Schulhäuser in der Gemeinde sind voll – und werden in den nächsten Jahren noch viel voller. 13 neue Klassen – total 95 – sollen gemäss Prognosen in fünf Jahren in Ostermundigen unterrichtet werden.

Seit dieser Woche liegt der Schlussbericht einer externen Beratungsfirma vor, der aufzeigt, wie viel Platz für die zu erwartenden Schülerzahlen geschaffen werden muss und welche Varianten dafür infrage kommen. Die Zeit drängt, denn bereits für das nächste Schuljahr werden mehr Räume benötigt als aktuell vorhanden sind. 

Diese Woche wurde der Bericht dem Parlament vorgelegt, das die Varianten des Gemeinderates genehmigen sollte, damit dieser rasch handeln kann. Der Bericht macht klar: Wenn mehr Klassen an einem Standort unterrichtet werden sollen, braucht es zwingend auch mehr und grössere Turnhallen.

Der Gemeinderat sieht deshalb unter anderem vor, die Sporthalle beim Schulhaus Mösli durch eine doppelte oder dreifache Halle zu ersetzen. Weiter zeigt er Varianten für Provisorien auf, die am einen oder anderen Schulstandort die Engpässe ausgleichen sollen.

Ausserdem schlägt der Gemeinderat vor, auch auf dem Rothus-Areal eine neue Turnhalle zu errichten. Dort soll gleichzeitig ein Neubau für Klassenzimmer entstehen, damit 14 statt 8 Klassen unterrichtet werden können. So oder so, das Rothus ist in jedem Fall Teil der Schulraumplanung von Ostermundigen.

Keine Katze im Sack

Das Thema hatte für böses Blut gesorgt, weil die Gemeinde den Mietvertrag mit der heilpädagogischen Christophorusschule gekündigt hatte und diese sich nun nach einem neuen Standort umschauen muss. Spätestens 2023 muss sie das Rothus verlassen.

Das Parlament zeigte sich grundsätzlich zufrieden damit, über die Entwicklung des Schulraums informiert zu werden und wichtige Zahlen vorgelegt zu bekommen. «Dieser Bericht kommt aber eigentlich zu spät», monierte etwa Christian Zeyer (SP). Er bedauerte vor allem das Hickhack rund um das Rothus mit der Christophorusschule.

Kritik musste der Gemeinderat auch für die vielen Varianten einstecken, die das Parlament genehmigen sollte. «Wir wollen keine Katze im Sack kaufen und dann nur noch nicken, wenn die Entscheide gefällt wurden», sagte Rahel Wagner von der EVP.

Zu vieles sei unklar: Wird es Doppel- oder Dreifachturnhallen geben? Wo werden die Provisorien stehen? Wie sieht der konkrete Zeitplan aus? Und nicht zuletzt: Wie viel kostet das Ganze? Mehr Mitspracherecht bei der ganzen Schulraumplanung, das forderten alle Parlamentarier von links bis rechts. Sie genehmigten am Ende einer langen Diskussion einstimmig einen Antrag, der ihnen das ermöglichen soll.

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