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Nachts müssen die Glocken öfter schweigen

Das Gericht hat entschieden: Die Kirchenglocken dürfen in Worb nachts nur noch stündlich schlagen.

Die Worber Kirchenglocken erklingen künftig weniger häufig.
Die Worber Kirchenglocken erklingen künftig weniger häufig.
Urs Baumann

Wer in Worb einen leichten Schlaf hat, erwacht künftig vielleicht etwas weniger oft. Denn vor allem ein Geräusch wird man im Dorf nachts nicht mehr so häufig hören: den Schlag der Kirchenglocken. Diese werden zwischen 22 Uhr abends und 7 Uhr morgens nur noch jede Stunde – und nicht wie bisher alle 15 Minuten – erklingen.

Entschieden hat das aber nicht etwa die Kirchgemeinde selber, sondern das Berner Verwaltungsgericht. In seinem Urteil stützt das Gericht den Entscheid der Vorinstanz. Denn der Krach um den nächtlichen Glockenschlag dauert in Worb bereits seit sechs Jahren an. 2013 gelangten erstmals Anwohner an den Gemeinderat und verlangten, die Glocken nachts nicht schlagen zu lassen.

Ausserdem reichten sie Beschwerde bei der kantonalen Polizei- und Militärdirektion ein. Diese hiess die Beschwerde teilweise gut, die Glocken durften nur noch stündlich statt wie bis anhin jede Viertelstunde ertönen. Die Kirchgemeinde zog diesen Entscheid aber ans Verwaltungsgericht weiter, welches nun das Anliegen der Anwohner stützt.

Einzelfall vor Bundesgericht

«Wir nehmen das Urteil des Gerichts zur Kenntnis», erklärt Ratspräsident Werner Lüthi auf Anfrage. Er sei zwar nach wie vor davon überzeugt, dass eine Mehrheit der Worber den Glockenschlag wolle. «Aber ich verstehe auch die Argumente der Leute, die nahe an der Kirche wohnen, auch wenn sie eine Minderheit darstellen.»

Die Kirchgemeinde hätte durchaus auch mit einem Entscheid zu ihren Gunsten rechnen können. Denn in einem ähnlichen Fall aus Wädenswil hatte die Kirche 2017 vor Bundesgericht recht erhalten und durfte die Glocken nachts weiterhin alle 15 Minuten erklingen lassen.

«Wir wussten aber von Anfang an, dass der Entscheid nur für den Einzelfall gilt», so Werner Lüthi. Lärmmessungen in Worb hatten bei nahen Anwohnern einen höheren Dezibelwert ergeben als in Wädenswil.

Dass die Worber Kirche das Urteil nun ans Bundesgericht weiterzieht, ist laut Lüthi eher unwahrscheinlich. Der Entscheid werde aber erst noch im gesamten Rat gefällt.

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