Bern

Die zwei Neuen tingeln von Amt zu Amt

BernDie neu ge­wählten Gemeinderäte Alec von Graffenried (GFL) und Michael Aebersold (SP) arbeiten seit einer Woche in ihren Übergangbüros im Erlacherhof. Die meiste Zeit verbringen die beiden aber ausser Haus.

Nur eine Verbindungstür liegt zwischen den Büros von Alec von Graffenried und Michael Aebersold.

Nur eine Verbindungstür liegt zwischen den Büros von Alec von Graffenried und Michael Aebersold. Bild: Andreas Blatter

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist ein wenig grösser und besitzt einen Kachelofen statt eines alten Kamins. Ansonsten unterscheidet sich das Büro von Alec von Graffenried (GFL) aber kaum von jenem von Michael Aebersold (SP). Die Ausstattung ist dieselbe: Auf einem kleinen Tisch stehen frische Blumen und jede Menge dicke Dossiers, und die andere Hälfte des Raums wird jeweils von einem Schreibtisch eingenommen, den sich Computer, Telefon und Papierstapel teilen.

Der bedeutendste Unterschied ist wohl, dass Aebersold in Richtung Tür blickt, wenn er am Schreibtisch sitzt. Er habe seinen Arbeitsplatz bewusst umgestellt, «weil ich es so einfach lieber mag». Von Graffenried hingegen wendet der Tür den Rücken zu.

Einer von wenigen Vorteilen

Seit über einer Woche arbeiten die beiden neu gewählten Gemeinderäte der Stadt Bern in der ehemaligen Wohnung des Hausabwarts, im Nebengebäude des Erlacherhofs. Wirklich viel Zeit verbrachten sie aber bisher noch nicht in ihren «Büröli», wie von Graffenried die Räumlichkeiten gegenüber TeleBärn bezeichnete.

Die erste Woche tingelten die beiden Männer von Dienststelle zu Dienststelle und besuchten etwa die Finanzverwaltung, die Sanitätspolizei oder die Berufsfeuerwehr. «Dabei ging es nicht nur ums Händeschütteln», erzählt Aebersold, «wir erhielten jeweils einen detaillierten Überblick, bei dem auch aktuelle Herausforderungen thematisiert wurden.» Auch diese Woche sieht ihr Programm ähnlich aus.

Mit dieser ungewohnten Arbeitsbelastung scheinen die beiden Gemeinderäte unterschiedlich umzugehen; während Aebersold von langen Tagen spricht, an denen er teilweise noch bis spät in die Nacht hinein Unterlagen studiert habe, bezeichnet von Graffenried die Zeit eher als «gäbig»: Der Mailverkehr halte sich noch in Grenzen, und die langen Vorstellungsrunden seien nicht nur von den Angestellten der Dienststellen begrüsst worden – «auch ich und Michael Aebersold wissen es zu schätzen, dass wir eine solch gute Einführung erhalten». Es sei einer von wenigen Vorteilen, die daraus resultierten, dass die neuen Gemeinderäte erst zwei Wochen nach Amtsantritt eine Direktion zugeteilt bekommen.

Gelassenheit trotz Wahlstress

Von Graffenrieds Gelassenheit ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass er doch aktuell noch mitten im Wahlkampf um das Stadtpräsidium steckt. Oftmals, wenn Aebersold abends ­seine Sachen packte und nach Hause ging, stand für von Graffenried noch eine Wahlveranstaltung auf dem Programm. Letzte Woche war dies zum Beispiel das Wahlpodium dieser Zeitung. «Dennoch hat sich von Graffenried nie entschuldigen lassen», lobt Aebersold seinen Kollegen.

Die beiden Gemeinderäte hatten während ihrer ersten Woche also schon ordentlich Zeit, sich aneinander zu gewöhnen. Genug zumindest, um sich auch äusserlich anzugleichen, präsentierten sie sich dieser Zeitung doch beinahe im Partnerlook. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.01.2017, 09:47 Uhr

Artikel zum Thema

Schlagabtäuschchen mit Samthandschuhen

Bern So friedlich kann Wahlkampf sein: Alec von Graffenried und Ursula Wyss, sichtlich ermüdet vom langen Kampf um das Berner Stadtpräsidium, griffen sich in der öffentlichen Debatte im Progr auch bei kontroversen Fragen kaum an. Fast wähnte man sich an einem Bewerbungsgespräch für ein Jobsharing. Mehr...

Die Stapi-Kandidierenden im Video-Duell

Bern Würde Ursula Wyss Bundesrätin werden wollen? Findet Alec von Graffenried Frauenförderung in Bern nicht mehr nötig? Die Stapi-Kandidierenden im Video-Duell. Mehr...

Wie gut vernetzt sind die Kandidaten?

Bern Der Stapi-Check, Teil 5: Die Stapi oder der Stapi repräsentiert Bern weit über die Stadt hinaus. Ursula Wyss und Alec von Graffenried können sich dabei auf ein grosses Netzwerk stützen. Bei Bundeshausjournalisten kamen sie unterschiedlich an. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Foodblog Tessin an der Aare

Gartenblog Was wuchert denn da?

Die Welt in Bildern

Küsschen gefällig?: Die US-amerikanische Sängerin Macy Gray unterhält das Publikum mit ihrer Show am Jazzaldia Festival Spanien. (24.Juli 2017)
(Bild: Vincent West) Mehr...