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Diese Präventionsmassnahme ging hinten raus

Die Gemeinde Lyss warnte auf Facebook vor einer Telefonbetrügerin. Nur: Die vermeintliche «Betrügerin» sammelte eigentlich Geld für ein Projekt, das von der Gemeinde unterstützt wird.

Sheila Matti
Dabei wollte die vermeintliche Betrügerin bloss Spenden sammeln für einen Defibrillator beim Schulhausneubau Grentschel (Symbolbild).
Dabei wollte die vermeintliche Betrügerin bloss Spenden sammeln für einen Defibrillator beim Schulhausneubau Grentschel (Symbolbild).
iStock

Enkeltrickbetrüger, falsche Gewinnankündigungen, vermeintliche Computerexperten – die Liste an Maschen, auf die Betrüger am Telefon zurückgreifen, ist lang. Laut der Kantonspolizei ist eine der effektivsten Möglichkeiten, die Bevölkerung vor solchen Betrügereien zu beschützen, die frühzeitige Information: Immer wieder klärt sie über die neusten Vorgehensweisen auf.

Auf Prävention setzte letzte Woche auch Lyss: Via Facebook warnte die Gemeinde vor einer Telefonbetrügerin. Von verschiedenen Bürgerinnen und Bürgern habe man erfahren, dass eine Frau im Namen der Gemeinde Spenden für ein Beteiligungsprojekt im Zusammenhang mit dem Neubau des Schulhauses Grentschel sucht.

Doch: Ein solches Projekt gebe es gar nicht. «Wir bitten Sie, solche Anrufe umgehend bei der Gemeinde Lyss, Abteilung Präsidiales, zu melden. Wir werden diese anschliessend der Kantonspolizei Bern weiterleiten.»

Eine gelungene Präventionsmassnahme also. Einfach, schnell, wirkungsvoll und dennoch durchdacht. Zwei Tage später meldete sich die Gemeinde erneut über die sozialen Medien – dieses Mal mit einer weitaus längeren Nachricht. Der Hintergrund für die Anrufe sei geklärt, heisst es dort.

Es handle sich um einen durch Werbung finanzierten Defibrillator, der beim neuen Schulhaus angebracht werden soll. Eine sinnvolle Sache also, die von der Gemeinde unterstützt wird. Mit der Firma, die hinter den Anrufen und dem Defibrillator steckt, hat Lyss sogar einen Vertrag abgeschlossen. Dieser ist wohl einfach im Eifer des Geschehens vergessen gegangen.

Nun aber kann Entwarnung gegeben werden: «Die Kampagne ist in der Zwischenzeit abgeschlossen, und die Gemeinde betrachtet das Thema als erledigt.»

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