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Drogenrazzia und Pfefferspray auf der Schützenmatte

Die Kantonspolizei hat am Freitagabend auf der Schützenmatte eine Razzia durchgeführt. Elf Personen wurden verhaftet. Und vor der Reitschule kam es zum Geplänkel mit Wasserschlauch und Pfefferspray.

cef/pd
Reitschule-Anhänger filmten einen Polizeieinsatz.

Die Kantonspolizei Bern stand am Freitagabend auf der Schützenmatte im Einsatz. In einer Mitteilung schreibt die Kapo von einer «gezielten Aktion gegen den Drogenhandel». Die Beamten griffen demnach«gestützt auf vorgängige Beobachtungen» ein. Im Umfeld der Reitschule sei es dann zu einer Konfrontation mit Unbekannten gekommen. Ein Beamter musste «medizinisch betreut werden».

Die Medienstelle der Reitschule schildert die Situation anders. Polizisten hätten versucht den Eingangsbereich des Rabe-Festes, das an diesem Wochenende im Kulturzentrum stattfindet, zu stürmen. «Es war eine völlig sinnlose Provokation», heisst es in einer Mitteilung der Reitschule. Aufgrund der Eingangskontrollen zum Fest konnten sich die Dealer gar nicht ins Innere des Kulturzentrums zurückziehen.

Die Bilanz aus Polizeisicht

  • 55 Gramm Kokain beschlagnahmt, dazu 20 Ecstasy-Pillen und etwas Marihuana sowie Bargeld in der Höhe von mehreren tausend Franken.
  • 20 Personen nahm die Kapo mit zur Kontrolle auf den Posten. Nur zwei konnten ihn ohne Anzeige, Verhaftung oder fremdenpolizeiliche Massnahme wieder verlassen.
  • Elf Personen wurden noch am gleichen Abend in Haft gesetzt. Einer weil er verdächtig wird, Drogenpäcklein im Körper zu tragen. Vier andere weil sie zur Fahndung ausgeschrieben waren. Die letzten sechs sollen ausgeschafft werden.
  • Und eben, ein offenbar leicht verletzter Beamter.

Scharmützel vor der Reitschule

Zurück zum Scharmützel bei der Reitschule. Unbekannte hätten die Einsatzkräfte vom Balkon des Dachstockes der Reitschule aus «mit einem Wasserschlauch bespritzt», als man einen Mann anhalten wollte, schreibt die Polizei. Dem Wasserstrahl hätten die Unbekannten «Reizgas» beigemischt, indem sie Pfefferspray in den Strahl sprühten. Daraufhin antwortete ein Beamter offenbar selbst mit Gas und sprühte zurück.

«Lüge», erwidert die Medienstelle der Reitschule in ihrer Mitteilung. Man habe den Wasserschlauch eingesetzt, «um Unbeteiligte zu schützen und das Gas zu neutralisieren». Es hätten nur Polizisten zum Pfefferspray gegriffen. Die Reitschule habe weder das Reizgas, noch die technischen Mittel, um ein Reizgas-Wasser-Gemisch herzustellen.

Der vom Wasserstrahl getroffene Polizist, musste gemäss Polizeiangaben medizinisch versorgt werden. Man prüfe in Absprache mit dem betroffenen Mitarbeiter rechtliche Schritte ab, teilte die Medienstelle der Kapo auf Anfrage mit.

Neue Eingangskontrollen der Reitschule

Die Reitschule sieht sich aufgrund der «Wildwest»-Szenen, die sich immer wieder in und um die Reitschule abspielen zu neuen Massnahmen gezwungen, wie die Mediengruppe der Reitschule in eine Mitteilung am Samstag schreibt. Darum werde der Eingang zur Reitschule ab sofort zu bestimmten Zeiten bewacht und Eingangskontrollen durchgeführt. Mit den Kontrollen sollen Dealer und Polizeieinsätze in der Reitschule verhindert werden, damit der Kulturbetrieb weitergeführt werden kann.

Die neuen Eingangskontrollen seien in der letzten Reitschule-Vollversammlung beschlossen worden. «Die Eingangskontrollen widersprechen dem Grundsatz des offenen Hauses», heisst es in der Mitteilung weiter. Damit die Reitschule aber nicht zum Spielball von Polizei und Dealerbanden werde, gebe es zurzeit keine andere Lösung.

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