Edle Tropfen hinter Gittern

Laupen

Die erste Weinbank in der Region bietet ideale Bedingungen, um den Wert einer Flasche zu steigern.

Pinker Boden, grosse Schliessfächer: Nicolas Stämpfli von der Weinkellerei Stämpfli in der neu eröffneten Weinbank.

Pinker Boden, grosse Schliessfächer: Nicolas Stämpfli von der Weinkellerei Stämpfli in der neu eröffneten Weinbank.

(Bild: PD)

Sheila Matti

Damit aus einer Flasche Wein ein edler Tropfen wird, braucht es Zeit. Davon ist Nicolas Stämpfli überzeugt – auch wenn die meisten Flaschen heute kurz nach dem Kauf bereits getrunken werden. «Wird Wein richtig gelagert, gewinnt er an Komplexität», so Stämpfli.

Wichtig ist die richtige Lagerung, für welche sich längst nicht jeder Keller eignet. «Gerade in Neubauwohnungen sind die Keller oft zu warm und zu trocken», erklärt der 29-Jährige. Nicolas Stämpfli leitet die Weinkellerei Stämpfli in vierter Generation. Dokumente belegen die Gründung als Küferei im Jahr 1904. Heute lagern in den unterirdischen Hallen unzählige Flaschen.

Einen speziellen Jahrgang einer bestimmten Sorte: in der Weinkellerei Stämpfli bekommt man vieles. Den eigenen Wein einlagern lassen war bisher aber nicht möglich. Weil das Familienunternehmen aber immer öfters von Kunden angefragt wurde, entschlossen sich Stämpflis, ein neues Standbein aufzuziehen: Am Donnerstag eröffneten sie die erste Weinbank in der Region.

Bis 900 Franken pro Jahr

Im ehemaligen Lagerkeller, in dem einst riesige Metallfässer voller Wein lagerten, ist es kühl. Zwischen 15 und 16 Grad ist die Idealtemperatur für Wein, die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 75 und 85 Prozent liegen. Eine brummende, grosse Klimaanlage unter der Decke sorgt dafür, dass diese Bedingungen eingehalten werden.

Dominiert wird der Keller von dem pinken Boden und den grossen, mehrheitlich noch leeren Schliessfächern. In einigen stapeln sich bereits verschiedene Holzkisten. Noch bevor die Weinbank eröffnet wurde, seien bereits rund 25 Prozent der Fächer vermietet gewesen, erzählt Nicolas Stämpfli: «Die meisten Kunden bringen ihren Wein erst noch.» Zwischen 150 und 900 Franken bezahlt man pro Jahr für ein Schliessfach, je nach Grösse.

Wein als Wertanlage

Zwei Arten von Kunden würden sich für die Weinbank interessieren, so Stämpfli: «Einerseits haben wir viele Kunden aus der Region, die ihren Wein nicht selbst zu Hause lagern können.» Damit auch die regelmässigen Weintrinker dieser Kundengruppe unkompliziert stets an ihren Wein kommen, bietet die Kellerei einen Heimlieferservice an. Bestellt man die Flaschen am Vortag, werden sie innert 24 Stunden nach Hause geliefert.

«Der Wein kann an Wert zulegen oder aber auch verlieren – je nach Marktlage.»Nicolas Stämpfli, Weinkellerei Stämpfli

Die zweite Kundengruppe besteht aus Weinliebhabern, die ihre Errungenschaften gezielt einlagern, um deren Wert zu steigern. Beim Wein verhalte es sich ähnlich wie etwa mit Kunstgegenständen oder teuren Autos, so Nicolas Stämpfli: «Der Wein kann an Wert zulegen oder aber auch verlieren – je nach Marktlage.» Wie sich der Preis eines Weins verhält, kann Stämpfli auf einer speziellen Internetseite nachverfolgen. Diese nutzt er auch, um seine Kunden zu beraten. Das Wichtigste ist und bleibt aber die Zeit.

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