Ein Bistro im Bärengraben

Bern

Jakob Hostettler und Michael Hugi von Mund’art betreiben über den Sommer im alten Bärengraben ein Bistro. Dort gibt es nur Produkte aus dem Kanton Bern.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Ein Happening folgt dem anderen beim Bärengraben. Kaum war die VIP-Tribüne der Formel E abgebaut, machten sich die Gastronomen von Mund’art ans Werk. Innert ein paar Tagen bauten sie ihr Bärenbistro in den kleinen Bärengraben hinein. «Als der Bärenpark vor zehn Jahren aufmachte, wollten wir im stillgelegten Bärengraben ein Festival veranstalten. Jetzt wird es ein Bistro», freut sich Jakob Hostettler. Er betreibt das Freiluftlokal mit Michael Hugi. Erfahrungen damit haben die beiden Gastronomen dank der regelmässigen Einsätze am Theater Madame Bissegger.

Kleine behaupten sich

Hostettler und Hugi sind Co-Betreiber der Bar Kreissaal an der Brunngasshalde, ein Lokal, das grossen Wert auf spezielle Produkte legt. Auch das kommt im Bärenbistro nicht zu kurz: Nur Produkte aus dem Kanton Bern werden ausgeschenkt. Nebst bekannten Bieren wie demjenigen des Tramdepots gibt es acht weitere, beispielsweise ein Red Ale von Simmenthaler. Aber auch die Winzer vom Bielersee und aus Spiez seien vertreten. «Bern hat ein wahnsinniges Angebot.»

«Niemand hätte gedacht, dass man sich als kleiner Produzent nebst den Grossen mit eigenen Getränken behaupten kann», sagt Hostettler. Der Trend habe vor ungefähr zehn Jahren mit Coca-Cola-Ersatz angefangen und vor fünf Jahren eine weitere Steigerung mit dem Gin-Hype erlebt. Auch sie selber produzieren unter dem Namen «Tom’s» eigenes Tonic und ein Calamansi Bitter. Beides werden sie in der Bar auch auftischen, obwohl Calamansi eine tropische Frucht ist. Nicht alles lässt sich mit Produkten aus dem Kanton ersetzen. Auf Zitronensaft verzichten sie aber ganz und ersetzen ihn mit Verjus, einem Saft aus unreifen Trauben.

Lokale Souvenirs

Beim Essen arbeiten sie mit der Bäckerei Backbord aus Ostermundigen und der Metzgerei La Boulotte zusammen. Bei einem Versuch, an ihrem eigentlichen Stammarbeitsplatz Apéroplatten anzubieten, lernten sie einige Bauern kennen. Von diesen Kontakten profitieren sie nun und bieten deren Käse an. «Wir arbeiten möglichst direkt mit den Produzenten», sagt Hugi. Vor Ort werden sie einen Shop haben, damit Touristen wie Einheimische sich mit dem Degustierten gleich eindecken können.

Das Bärenbistro hat eine Festwirtschaftsbewilligung und wird täglich von 10 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet sein. Im Oktober findet das Jubiläumsfest des Bärenparks statt, wofür sie noch einmal aufmachen werden.

Berner Zeitung

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