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Ein Dorf lehnt sich gegen ein Fahrverbot auf

Von der Pfarrei über die Gemeinde, die Theatergesellschaft, den Fussballklub bis hin zum Verkehrs­verein: Die Plasselber steigen wegen eines Entscheids des Kantons auf die Barrikaden. Es geht um die Zufahrt zur Ärgera.

Ein Fahrverbot gibt in Plasselb zu reden.
Ein Fahrverbot gibt in Plasselb zu reden.
zvg/www.plasselb.ch

Es ist eine Änderung, die in Plasselb für Furore sorgt: Der Kanton will Strassenabschnitte an der Ärgera sperren. Konkret geht es um den Zugang zur Grotte sowie um den Zugang zum Kiesparkplatz, der sich zwischen der Wertstoffdeponie beziehungsweise dem Fussballfeld und der Ärgera befindet. Es hagelt Einsprachen.

Hansruedi Lauper, Präsident des Verkehrsvereins Plasselb: «Wo bleibt denn hier der gesunde Menschenverstand?» Das Fahrverbot sei sinnlos, da es den Weg zum Parkplatz an der Ärgera versperre. Dieser werde oft von Wanderern benutzt und auch von Familien, die in der Nähe die Grillstellen aufsuchen, sowie von Besuchern der Muelers-Grotte auf der anderen Seite der Ärgera. Der Verkehrsverein, der für den Unterhalt der Wanderwege und Picknickplätze in Plasselb verantwortlich ist, werde Einsprache erheben, sagt Lauper.

Rückendeckung erhält der Verein von der Gemeinde: Der Weg für die Autos müsse frei bleiben, sagt Ammann Jean-Daniel Feller. Einsprache Nummer drei erhebt die Pfarrei Plasselb. «Das geht zu weit!», betont Präsident August Brünisholz. Wenn die Autos nicht mehr bis vor die Grotte fahren könnten, bliebe vielen deren Besuch verwehrt. Die Theatergesellschaft wiederum ist wegen ihres jährlichen Krippenspiels an Weihnachten, das sie in der Grotte aufführt, von der Änderung betroffen. «Es kommen jeweils 400 bis 500 Zuschauer. Wo sollen diese alle parkieren?», fragt sich Vereinspräsident Josef Fontana.

Widerstand kündigt auch der FC Plasselb an. Der Fussballklub will verhindern, dass die Autofahrer bei Anlässen des FC auf den Plätzen der umliegenden Häuser parkieren, weil der Kiesplatz nicht mehr zur Verfügung stünde.

Der Kanton wiederum rechtfertigt seine Pläne: Die Strassensperrung sei vorgesehen, weil das Gebiet zum Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung gehöre, so Corinne ­Rebetez, Sprecherin der Bau- und Raumplanungsdirektion. Die Ein­sprachefrist läuft bis Anfang September. Dann wird die Sache eine Angelegenheit für das Kantonsgericht.

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