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Ein Neubau für die Toten

Seit sechs Jahren will die Gemeinde Rüschegg ihr Aufbahrungsgebäude sanieren. Nach dem Baubeginn stellt sich nun heraus: Trotz Mehrkosten ist es vernünftiger, einen Neubau zu erstellen.

Laura Fehlmann
Das Aufbahrungshäuschen wird abgerissen und neu gebaut.
Das Aufbahrungshäuschen wird abgerissen und neu gebaut.
Stefan Anderegg

Der Weg zu einem würdigen Platz dafür, die Verstorbenen aufzubahren, ist in Rüschegg besonders lang. Seit sechs Jahren möchte die Gemeinde das rund 50-jährige Aufbahrungshäuschen auf dem Hügel neben der Kirche sanieren. Aber immer wieder kam es zu Verzögerungen.

Nach einem Architekturwett­bewerb fiel das Siegerprojekt bei der Gemeindeversammlung durch. Der moderne Entwurf eines Bieler Architekturbüros gefiel nicht und wurde als zu teuer erachtet. Daraufhin erarbeitete eine nicht ständige Kommission für das Aufbahrungsgebäude mehrere Projekte aus, die aber der kantonalen Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) nicht gefielen. Sie beurteilte die Vorschläge als «nicht bewilligungsfähig».

Erst bei der dritten Voranfrage erteilte die kantonale Kommission ihre Zustimmung. Nach dem Ja des Souveräns zu einem Kredit von 551'000 Franken glaubte man, die Sanierung könne angepackt werden. Es kam jedoch ­anders.

Keine Bodenplatte

Nach Auskunft von Bauverwalter Peter Mohr begannen die Bauarbeiten im Frühjahr mit einem Teilabbruch des Aufbahrungshäuschens. Ursprünglich war vorgesehen, die Fundamente zu belassen. «Anders als wir gedacht haben, gab es unter dem Unterlagsboden keine Bodenplatte», sagt Mohr. Hätte man die Fundamente belassen, wäre es wegen Niveauunterschieden schwierig gewesen, das Gebäude rollstuhlgängig und ästethisch ansprechend zu gestalten.

Zudem wäre das Verlegen der Leitungen kompliziert geworden. Aus diesen Gründen entschloss sich der Gemeinderat für einen Totalabbruch und den Wiederaufbau, den auch die OLK befürwortet.

Etwas mehr Fläche

Der Entscheid für einen Neubau hat zwar Mehrkosten von rund 50'000 Franken zur Folge, die in den Kompetenzbereich des Gemeinderats fallen. Diese können zu einem grossen Teil durch die Projektreserven gedeckt werden.

«Wir sind glücklich, dass das Aufbahrungsgebäude etwas grosszügiger ausfällt.»

Peter Mohr, Bauverwalter

Mit der Sanierung hätte aus denkmalschützerischen Gründen der Grundriss des kleinen Gebäudes nicht verändert werden dürfen. Weil nun neu gebaut wird, ist die Situation anders: Mit insgesamt zehn Quadratmetern werden nun Aufbahrungs- und Mehrzweckraum sowie die Toilettenanlagen etwas grosszügiger ausfallen als vorgesehen. «Darüber sind wir sehr glücklich», sagt der Bauverwalter.

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Nach wie vor muss auf ein Vordach verzichtet werden, wie bis anhin ist die Trauergemeinde Wind und Wetter ausgesetzt. Aber immerhin, auch wenn die Gestaltung nicht allen gefällt, ist klar: Das Rüschegger Aufbahrungsgebäude wird noch in diesem Jahr fertig erstellt sein.

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