Ein Polit-Lehrstück brachte die Wende

Dass das Berner Radiostudio nicht komplett nach Zürich zieht, ist zu einem grossen Teil dem Freiburger CVP-Ständerat Beat Vonlanthen zu verdanken.

Beat Vonlanthen (Mitte) machte sich für einen Verbleib des Radiostudios in Bern stark.

Beat Vonlanthen (Mitte) machte sich für einen Verbleib des Radiostudios in Bern stark.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Benjamin Bitoun

Anfang Mai schien die letzte Bastion des politischen Widerstands gegen den Umzug des Berner Radiostudios nach Zürich gefallen. Die vorberatende Kommission des Ständerats hatte die Initiative gegen den Umzug nach Zürich mit 12 zu 1 Stimme regelrecht in der Luft zerfetzt.

Dann kam der Auftritt von Initiant Beat Vonlanthen. Mit einem Lehrstück zur Schweizer Parlamentspolitik hat der Freiburger CVP-Ständerat einen Stimmungsumschwung herbeigeführt. Im Wissen, dass die SRG vor allem in den Kommissionen lobbyierte, liess er sich von den negativen Entscheiden nicht beeindrucken. Ebenso wenig gab der 62-Jährige dem Druck der Kommissionsmitglieder nach, die forderten, er solle seine chancenlose Initiative noch vor der Debatte im Ständerat zurückziehen.

Vonlanthen tat das Gegenteil. Er debattierte – und zwar laut und medienwirksam. Erst danach zog er den Vorstoss zurück, wohl wissend, dass ein Nein des Ständerats das Schicksal des Berner Radiostudios besiegelt hätte. Dadurch machte er nicht nur den Erdrutschsieg der gleich lautenden Initiativen im Nationalrat möglich. Er sorgte auch dafür, dass sich der Ständerat erneut mit dem Thema befassen muss – falls die Initianten jetzt keinen Rückzieher machen.

Berner Zeitung

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