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Einblick ins Leben der berittenen Ehrenformation

Gestern fanden der traditionelle Neujahrsempfang im Bundeshaus und der Honneur à l’État auf dem Münsterplatz statt. Mit dabei die Dragoner, die offizielle Ehrenformation des Staates Bern. Ein kleiner Einblick ins Dragonerleben.

Auch heuer eskortierten die Berner Dragoner Kantons- und Stadtregierung zum Neujahrsempfang im Bundeshaus und anschliessend zum Honneur à l’État auf den Münsterplatz.
Auch heuer eskortierten die Berner Dragoner Kantons- und Stadtregierung zum Neujahrsempfang im Bundeshaus und anschliessend zum Honneur à l’État auf den Münsterplatz.
Urs Baumann

Chasar schnaubt ins Schneetreiben. In einer Stunde hat der siebenjährige Anglo-Araber-Wallach seinen ersten Auftritt vor dem Berner Rathaus. Um 13.45 Uhr steht er noch mit anderen Pferden auf dem Areal des Nationalen Pferdezentrums Bern (NPZ). Sein Besitzer, Daniel Sterchi, kommt eben von der Befehlsausgabe zurück und legt dem Wallach die Paradesattelung an. Dazu gehören ein alter Kavalleriesattel und eine Schabracke in den Berner Farben Rot und Gold. Auf der Brust trägt Chasar das Berner Wappen.

Kostspieliges Hobby

Der Oberländer Sterchi ist seit fünf Jahren bei den Berner Dragonern, der offiziellen Ehrenformation des Staates Bern. Mit 42 Jahren ist er einer der Jüngeren im 1996 gegründeten Verein. «Mir gefallen Disziplin und Kameradschaft in der Truppe», sagt der Metallbauschlosser.

Um bei den Dragonern aufgenommen zu werden, genüge es nicht, ein eigenes Pferd und Freude am Reiten zu haben, so Sterchi. Denn bei ihren Auftritten reiten die Dragoner oft komplizierte Galoppformationen. «Da kann ich schon mal nervös sein», sagt Sterchi. Dafür trainiert die Truppe ein bis zwei Mal pro Monat im NPZ. Der gestrige Neujahrsempfang sei jedoch eine leichte Übung, sagt Sterchi.

Die Dragoner absolvieren jährlich etwa zehn Auftritte. So zu Festivitäten der öffentlichen Hand, Staatsbesuchen, Veranstaltungen der Schweizer Armee, bei touristischen Events oder an Messen wie der BEA. Dabei ist jeder Reiter für den Transport seines Pferdes zuständig. «Uniformen und Ausrüstung organisieren wir aus dem Zeughaus», erklärt Quartiermeister Franz Friolet.

Trotzdem: Das «Dragonern» ist ein eher teures Hobby. Bei Vereinseintritt zahlen die Mitglieder einen einmaligen Beitrag von 800 Franken. «Als ich angefangen habe, lag dieser bei über 2000 Franken», erinnert sich Friolet. «Weil wir heute vom Kanton subventioniert werden, ist die Mitgliedschaft günstiger geworden.» Frauen gibt es bei den Dragonern nur als Zaungäste.

Chasar besteht Feuertaufe

Inzwischen sind alle Pferde gesattelt, die Reiter steigen auf. Wegen des schlechten Wetters tragen sie lange Mäntel über Paradeuniform und Säbel. Pünktlich um 14.15 Uhr geht es im Schritttempo zum Rathaus. Von dort aus eskortiert die Truppe Vertreter von Stadt- und Kantonsregierung sowie der Burgergemeinde erst zum Bundeshaus und dann auf den Münsterplatz.

Wallach Chasar wird die Feuertaufe mit Bravour bestehen. Nun darf er auch an den Tellspielen in Interlaken auftreten. Dort gibt Daniel Sterchi heuer zum vierten Mal den Gessler. Aber das ist eine andere Geschichte.

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