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Eine Grossbaustelle jagt die nächste

Die Landi zieht ins Dorf. Das Unternehmen will den Detailhandel in Konolfingen zentralisieren und schliesst im Gegenzug Filialen in der Umgebung. Im Windschatten des Projekts bereiten auch lokale Player eine Expansion vor.

Ortseingang: Hier will die Landi bauen. Das Bauvorhaben am Haldenweg ist das jüngste Beispiel für die rasante Entwicklung in Konolfingen.
Ortseingang: Hier will die Landi bauen. Das Bauvorhaben am Haldenweg ist das jüngste Beispiel für die rasante Entwicklung in Konolfingen.
Beat Mathys

Konolfingen steht die nächste Grossbaustelle ins Haus. Schon seit Monaten bauen die Bundesbahnen für Millionen am Pendlerdrehkreuz der Zukunft. Die Gemeinde beginnt kurzum mit ihrem neuen Feuerwehrmagazin. Und nun zieht es die Landi ins Dorf. Der Detail- und Agrarhändler hat jüngst seine Pläne für den Bau einer Filiale am Haldenweg präsentiert. Das Unternehmen will demnach eine grössere Parzelle am Ortseingang überbauen – Parkplätze und Parkhaus inklusive.

Die Landi würde damit zur direkten Nachbarin des Sport­artikelverkäufers Berger Sport sowie der Nestlé. Die Landi Aare, welche das Projekt umsetzt, war seit 2014 auf der Suche nach einem neuen Standort in der Region, stand dafür in Kontakt mit den Behörden in Grosshöchstetten und Konolfingen. Der Entscheid fiel schliesslich zugunsten von Konolfingen – und bedeutet gleichzeitig das definitive Aus für die Filialen in Grosshöchstetten und Biglen. In Zäziwil soll der Fokus künftig nur noch auf dem Verkauf von Agrarprodukten liegen. «An diesen Standorten können wir den professionellen Detailhandel nicht länger gewährleisten», erklärt Beni Knecht, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Landi Aare, den Schritt.

Den Vorzug erhalten

Gemäss einem Informationspapier der Landi Aare waren die Standorte in Biglen, Zäziwil und Grosshöchstetten zu klein und zu kostenintensiv. Gerade in Grosshöchstetten sei die Situation akut. Zur dortigen Filiale gehört ein Verkaufszelt, das sich auf der gegenüberliegenden Strassen­seite befindet, ausserdem ist die Parkplatzsituation seit längerem angespannt: Besucher stellen ihre Fahrzeuge bislang auf dem Bahnhofareal ab. Die Bewilligung der Gemeinde für das Zelt und die Benützung der Parkplätze läuft per Ende 2018 aus. Den Betrieb danach aufrechterhalten mag die Landi nicht.

Der Entscheid pro Konolfingen hat laut dem Unternehmen auch damit zu tun, dass in Grosshöchstetten keine zonenkonforme Fläche zur Verfügung stehe. Ausserdem favorisiert die Landi Konolfingen «aufgrund der Lage, der Verkehrsflüsse sowie der Entwicklung der Gemeinde». Laut Beni Knecht werden sämtliche Mitarbeitenden in Konolfingen weiterbeschäftigt. Ab wann, ist indes noch offen.

Weil die Landi am Haldenweg rund 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche bewirtschaften will, bedarf es einer Überbauungsordnung. Auch die Erschliessung und die Parkplatzsituation müssen geregelt werden. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten – bis dahin ist es ein weiter Weg. Bis zum 4. September steckt das Projekt erst einmal in der Mitwirkung. Beni Knecht: «Bis 2018 werden wir in Konolfingen nicht gebaut haben.» Vorsichtiges Fernziel: Einzug 2020. In Höchstetten arbeitet man an einer Zwischenlösung.

Im Windschatten

Für Gemeindepräsident Daniel Hodel spricht das Ja der Landi schon heute für die Attraktivität der Gemeinde: «Es ist ein gutes Zeichen, wenn sich ein solches Unternehmen für Konolfingen entscheidet.» Weiter positiv stimmen dürfte Hodel die Tatsache, dass auch lokale Player am Haldenweg expandieren. So plant die Berger Schuhe und Sport AG eine Lagerhalle, Büros sowie ober- und unterirdische Kundenparkplätze. «Wir brauchen mehr Kapazität bei der Warenannahme», erklärt Geschäftsführer ­Anton Rindlisbacher.

Dafür hat man mit dem Wohnmobilhändler Steiner zusammengespannt. Dieser will in der gleichen Halle seine Ausstellung einrichten. «Es geht darum, die Parzelle optimal zu nutzen», so Rindlisbacher. Man erarbeite nun gemeinsam ein Baugesuch. Auch der Weltkonzern von nebenan, Nestlé, hat Pläne: ein Parkhaus neben der Landi, 300 Abstellplätzen für die Mitarbeitenden. Dafür soll der Parkplatz auf dem Firmengelände weichen.

2020 könnte es so weit sein. Bis dann wollen übrigens auch die SBB den Bahnhof fertig haben und die Gemeinde ihr Feuerwehrmagazin – wenn alles klappt. Bis dahin gehören die Grossbaustellen zu Konolfingen.

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