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Eine Landschaft geht kaputt

Stephan Künzi, Ressortleiter Region Bern, über das Neubauprojekt einer BLS-Werkstätte in Riedbach.

Sicher, verkehrstechnisch wie ökonomisch ergibt die Standortwahl der BLS Sinn. Wenn die Bahn ihre neue zentrale Werkstätte im Raum Riedbach bauen kann, macht sie sich etliche Vorteile zunutze. Das Areal liegt an einer Bahnlinie, die erstens gut ausgebaut ist, zweitens über Kapazitätsreserven für zusätzliche Betriebsfahrten verfügt und drittens der BLS selber gehört. Vor allem aber ist der Bahnhof Bern, der zentrale Knotenpunkt im BLS-Netz, sehr nah. Für einen Grossteil der Züge ist damit die Fahrt in den Unterhalt kurz – und günstig.

Trotzdem lässt das BLS-Projekt ungute Gefühle aufkommen. Immerhin soll ihm nichts weniger als eine weitgehend intakte und nach wie vor sehr bäuerlich geprägte Landschaft geopfert werden. Noch kann sich der Laie zwar schwer ausmalen, wie sich die Gegend präsentieren wird, wenn die Werkstätte dereinst gebaut ist. Dass der Eingriff massiv sein wird, steht aber so gut wie fest. Was wiederum heisst: Wer Ja zu diesem Industriebetrieb im Grünen sagt, sagt gleichzeitig auch Ja dazu, dass sich der Siedlungsrand der Stadt von Brünnen-Westside nach Riedbach verschiebt.

Die BLS-Verantwortlichen betonten am Donnerstag, sie hätten Alternativen geprüft, aber keine für gut befunden. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, wieso die Werkstätte nicht am heutigen, bereits von Industriebauten geprägten Stadtrand bei Brünnen-Westside stehen kann. Oder wieso nicht ein bestehender Standort ausgebaut wird – die Werkstätte Oberburg zum Beispiel steht ja auch in Reichweite von Bern.

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