Eine neue Aarebar beim Marzili

Bern

Während andere Städte das gastronomische Potenzial an Flussufern erkannt haben, ist es in Bern an der Aare eher ruhig. Nun eröffnet die erste Containerbar beim Marzili.

<b>Popup-Bar am Aareufer:</b> Alexander Rieder, Lukas und David Brantschen im umgebauten Schiffscontainer für die Aarebar.

Popup-Bar am Aareufer: Alexander Rieder, Lukas und David Brantschen im umgebauten Schiffscontainer für die Aarebar.

(Bild: Nicole Philipp)

Claudia Salzmann@C_L_A

Was seit Dezember 2015 als Idee im Raum steht, wird nun Realität: Seit Dienstag steht ein umfunktionierter Schiffscontainer für die provisorische Aarebar am Ufer beim Marzilibad flussaufwärts bereit. «Wir sind stolz und voller Vorfreude auf unser Pilotprojekt», sagt ­Lukas Brantschen. Mit dem ­28-Jährigen an Bord sind sein Bruder David Brantschen (30) und Alexander Rieder (29). ­Über Gastroerfahrung verfügen die Gebrüder Brantschen, David arbeitet seit fünf Jahren in der Branche.

Sie sehen am ganzen Aareufer Potenzial für gastronomische ­Angebote. «Wer abends etwas trinken will, der muss ins Stadtzentrum hochgehen», sagt Rieder. Bis 22 Uhr soll das nun in ihrer Bar möglich sein. Die Betreiber sind überzeugt, dass ihr Projekt das Areal aufwerten wird.

Naturnah sein

Als Vorbild nennen sie die Hafenbar in Solothurn, deren Betreiber ihnen mit Ratschlägen zur Seite stand. Zwar hat es anderthalb Jahre gedauert, bis sie das erste Bier ausschenken dürfen, doch die Macher sind voll des Lobes für die Stadtbehörden: «Unterstützt wurden wir vor allem auch durch den Gemeinderat, namentlich Alec von Graffenried», sagt David Brantschen. Sie verfügen nun über eine 90-tägige Festwirtschaftsbewilligung.

«Bei uns bleibt alles so natürlich wie möglich, deshalb werden wir keine Hintergrundmusik spielen.»David Brantschen

Ihr Standort befindet sich im Grünen zwischen Marzilibad und Eichholz. «Bei uns bleibt alles so natürlich wie möglich, deshalb werden wir keine Hintergrundmusik spielen», so ­Brantschen weiter. Das tun sie auch aus Rücksicht auf die Nachbarn, die ennet der Aare wohnen. Lieber wollen sie dieses Jahr tiefstapeln, um vielleicht nächstes Jahr zurückzukehren.

Seeländer Produkte

Ihr Container kommt ohne Crowdfunding und Investoren aus. Seit drei Wochen bauen sie den Container selber um. Dass sie die Containerbar «Peter Flamingo» auf der grossen Schanze nachahmen, weisen sie von sich. «Solche Bars gibt es seit langem in Bern und überhaupt überall auf der Welt», sagt David Brantschen.

Das Angebot der Bar ist regional: Die Antipasti kommen aus dem Seeland, der Wein von Hämmerlis in Ins, der Sirup aus der Länggasse, der Kaffee vom Holligenquartier und der Käse aus Blankenburg bei Zweisimmen. «Wir animieren damit unsere Gäste, nachhaltig zu konsumieren», sagt Rieder.

Wichtig ist ihnen auch die Grünfläche. Diese schützen sie mit sogenannten Ecoplates, durch welche die Grashalme weiterwachsen können. «Der Monat Juli hat die regenreichsten Tage. Wir können keine Schlammwiese riskieren», so Rieder. Der Container wurde gestern angeliefert, nun geht es ums Einrichten, Möblieren und Dekorieren.

Aarebar ab 11. Juni für drei Monate, täglich 10 bis 22 Uhr.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt