Einsprache bringt die Gemeinde Kirchlindach in die Bredouille

Kirchlindach

Die Gemeinde Kirchlindach will eine Kindergartenklasse in einem Raum der Überbauung Aarematte unterrichten. Dagegen ist eine Einsprache eingegangen.

Die Umnutzung eines Schulzimmers im Schulhaus Kirchlindach wäre eine Alternative zum Kindergarten in der Überbauung Aarematte.

Die Umnutzung eines Schulzimmers im Schulhaus Kirchlindach wäre eine Alternative zum Kindergarten in der Überbauung Aarematte.

(Bild: Urs Lindt)

Hans Ulrich Schaad

Die Bevölkerung von Kirchlindach ist in den letzten Jahren gewachsen. Und mit ihr die Kinderzahl, besonders in Herrenschwanden. Deshalb musste die Gemeinde eine zusätzliche dritte Kindergartenklasse eröffnen. Das ist mit der Bewilligung des Schulinspektors per Ende Januar passiert.

Das Problem ist allerdings, dass in den Schulgebäuden dafür gar kein Platz vorhanden ist. Provisorisch werden nun die zwei Klassen in Herrenschwanden bis zu den Sommerferien in den bestehenden Räumen unterrichtet. Spätestens fürs nächste Schuljahr muss aber eine andere Lösung her.

Die Bildungskommission und der Gemeinderat haben schon Ende des letzten Jahres intensiv nach Räumlichkeiten gesucht. «Wir haben elf mögliche Varianten geprüft», sagt Gemeindeschreiber Martin Bieri. Es wurde auch ein Raum gefunden: der Gemeinschaftsraum in der soeben fertiggestellten Überbauung Aarematte. Weil die befristete Umnutzung aber eine baubewilligungspflichtige Zweckänderung bedeutet, musste die Gemeinde ein Umnutzungsgesuch stellen.

Dagegen ist eine Einsprache eingegangen, wie der Gemeinderat mitteilt. Zum Inhalt und zur einsprechenden Partei kann Bieri wegen des laufenden Verfahrens keine Angaben machen.

Eröffnung gefährdet

Weil die Behandlung der Einsprache Zeit benötige, sei die Eröffnung des temporären Kindergartens gefährdet, schreibt der Gemeinderat. Deshalb arbeite er «mit Hochdruck» an einer Alternative.

Diese wäre die Umnutzung eines Klassenzimmers in Kirchlindach, präzisiert Bieri. Noch hofft der Gemeinderat, dass sich der Kindergarten in der Aarematte realisieren lässt. Weil das öffentliche Interesse hoch sei, geht er von einer raschen Behandlung durch den Regierungsstatthalter aus.

Im Prinzip gibt es in Herrenschwanden einen Doppelkindergarten, der vor ein paar Jahren eingeweiht worden ist. Doch wird ein Raum inzwischen von der Tagesschule belegt, die ihrerseits auf eine grosse Nachfrage stösst. Es sei schwieriger, einen alternativen Standort für die Tagesschule als einen für die dritte Kindergartenklasse zu finden, erklärt Bieri. Eine Tagesschule stelle höhere Anforderungen an die Infrastruktur.

Klassen neu einteilen

Fest steht, dass es mit drei Kindergartenklassen nicht gelingt, dass alle Kinder wie bisher in ihrem Ortsteil unterrichtet werden können. Einige müssen wechseln, damit ausgeglichene Klassengrössen erreicht werden. «Dieser Einteilungsprozess steht nun zur Diskussion, es gibt Lösungsansätze», sagt Martin Bieri. Ihm ist aber bewusst, dass das eine unpopuläre Aktion ist.

Die Gemeinde hoffe auf das Verständnis der betroffenen Eltern. Auch sei ein Transportkonzept in Arbeit, ergänzt Bieri. Die Gemeinde nehme ihre Verantwortung wahr. Glücklicherweise gibt es zwischen Herrenschwanden und Kirchlindach eine gute Postauto-Verbindung. Angedacht ist, dass die Kinder im Postauto von einem Zivildienstleistenden begleitet werden.

Baubeginn im April

Gute Nachrichten gibt es zum Neubau des Schulhauses Herrenschwanden. Gegen das Baugesuch sind keine Einsprachen eingegangen, nur zwei Rechtsverwahrungen. Noch liege aber die Bewilligung nicht vor, sagt Martin Bieri. Der Gemeinderat hofft, dass im April mit dem Bau gestartet und das neue Schulhaus im Sommer 2020 in Betrieb genommen werden kann. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Raumprobleme endgültig gelöst sein.

Berner Zeitung

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