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Einsprache gegen goldene Kuppel abgewiesen

Auf Berns Haus der Religionen kann der Muslimische Verein Bern voraussichtlich eine rund 2,8 Meter hohe Kuppel mit einer 75 Zentimeter hohen Spitze aufstellen.

Die Bauprofile für die goldene Kuppel, die nun gebaut werden darf (Archivbild).
Die Bauprofile für die goldene Kuppel, die nun gebaut werden darf (Archivbild).
Franziska Rothenbühler

Auf Berns Haus der Religionen kann der Muslimische Verein Bern voraussichtlich eine rund 2,8 Meter hohe Kuppel mit einer 75 Zentimeter hohen Spitze aufstellen. Berns Regierungsstatthalter hat eine dagegen erhobene Einsprache abgewiesen.

Statthalter Christoph Lerch bestätigte am Freitag auf Anfrage eine Meldung des Berner Online-Journals «Journal B» und sagte, er habe sämtliche Einsprachepunkte als öffentlich-rechtlich unbegründet abgewiesen. Die zwei Einsprecher, zwei Privatpersonen, hatten geltend gemacht, die geplante Spitze erinnere an ein Minarett.

Doch habe sich das Schweizer Volk bekanntlich 2009 für ein Minarettverbot ausgesprochen. Die Einsprecher fanden laut Lerch auch, die Kuppel passe nicht ins Ortsbild. Weiter sagten sie, Dachaufbauten seien dort nicht gestattet und die Beleuchtung entspreche nicht den Vorschriften.

Für Lerch sind aber all diese Rügen unbegründet. Zuoberst auf der 75 Zentimeter langen Spitze werde zwar ein Halbmond zu sehen sein, doch sei nicht nachvollziehbar, wie man darin ein Minarett sehen könne. Ein Minarett sei beispielsweise begehbar.

Auch Hindus haben Aufbau

Im Haus der Religionen in Bern-Ausserholligen sind acht Religionsgemeinschaften zuhause und praktizieren das Zusammenleben unter einem Dach. Mitte Mai hatte der Muslimische Verein Bern, der dort eine Moschee führt, das Bauvorhaben publiziert.

Das Egerkinger Komitee gab ein paar Tage später bekannt, es werde abgeklärt, ob eine Einsprache erhoben werde. Bei diesem Komitee handelt es sich um die Gruppe, welche 2009 das Minarettverbot vors Schweizer Volk brachte. Es sprach im Zusammenhang mit der geplanten Kuppel von einer «Macht- und Präsenzdemonstration im öffentlichen Raum».

Auf dem Flachdach, auf dem die Kuppel geplant ist, gibt es allerdings bereits religiöse Symbole. Zu sehen ist etwa die Spitze eines hinduistischen Tempels. Die Kuppel der Muslime hätte eigentlich schon von Beginn an auf dem Dach platziert werden sollten, doch fehlte den Muslimen bei Eröffnung des Hauses das Geld.

Weiterer Verlauf unklar

Am Freitag blieb unklar, ob die Einsprache an die nächsthöhere Instanz weitergezogen wird. SVP-Stadtrat Henri-Charles Beuchat, der seinerzeit ankündigte, Einsprache einzulegen, verwies auf Anfrage auf das Egerkinger Komitee. Nationalrat Walter Wobmann von diesem Komitee verwies auf Beuchat.

SDA/sih

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