Enten-Mami brütet mitten im Lorrainebad

In einem umgenutzten Bierkasten mitten im Lorrainebad brütet derzeit eine Ente. Das zutrauliche Tier sollte in den nächsten Tagen siebenfachen Nachwuchs bekommen.

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Quentin Schlapbach@qscBZ

Seelenruhig thront die Ente in ihrem neuen Refugium. Neugierige Blicke ist sie sich bereits gewohnt, hat sie sich doch aus Menschensicht einen sehr aussergewöhnlichen Ort als Brutstätte ausgesucht.

Im Mai montierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Berner Lorrainebads Holzbierkästen an den Geländern neben den Restauranttischen. Sie füllten sie mit Erde und setzten darin verschiedene Pflanzen an – eine davon Minze. Genau in diesem Topf tauchte wenig später die Ente auf.

Und sie fühlt sich dort offensichtlich pudelwohl. Derzeit brütet sie nämlich ihren Nachwuchs im Topf aus. Die Menschen, die nur wenige Meter entfernt essen, trinken und baden, stören sie dabei nicht.

Sieben Eier liegen im Kasten

Trotzdem haben ihr die Badi-Mitarbeitenden ein Minimum an Privatsphäre verschaffen. Ein Sonnenschirm schützt sie vor Sonne und Eierdieben, eine kleine Holzpalette vor zu neugierigen Badibesuchern.

Wenn alles gut geht, wird die Ente in den kommenden Tagen siebenfache Mami. Denn: Sieben Eier liegen im Brutkasten. Diesen verlässt die Ente in letzter Zeit nur noch selten, was ein Anzeichen dafür sein könnte, dass die Geburt bald bevorsteht.

Die Ente hat Tradition

Dass es der Ente im Lorrainebad so wohl ist, hat auch einen symbolischen Wert. Das Logo des Lorrainebads ist nämlich eine (Bade-)Ente.

Hintergrund war die drohende Schliessung respektive Umnutzung der sanierungsbedürftigen Badi kurz nach der Jahrtausendwende. Die Stadt Bern stand damals unter Spardruck. Es stand gar zur Debatte mit der jahrelangen Tradition zu brechen, dass die Freibäder in der Stad für alle frei zugänglich sind.

Der «Verein lägibi Lorraine» setzte sich aktiv dafür ein, dass das Lorrainebad erhalten blieb und für alle frei zugänglich. Sie kreierte kurzerhand den Enten-Kleber «Lorrainebad bleibt», der in Windeseile an zahlreichen Briefkästen auftauchte.2006 wurde das Bad schliesslich saniert.

Die Ente, die jetzt im Bierkasten brütet, ist also gewissenmassen das lebendig gewordene Maskottchen. Einen Namen hat das Tier noch nicht. Aber das wird sich vielleicht bald ändern, sollte es sich die Ente noch längere Zeit im Bierkasten gemütlich machen.

Berner Zeitung

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