Entscheid um Überbauung in Ostermundigen vertagt

Ostermundigen

Das Parlament hätte am Donnerstag über die Überbauungsordnung «San Siro» entscheiden sollen. Der Gemeinderat verschiebt das Geschäft aber wegen zu vieler offener Fragen.

Annic Berset

400 bis 600 Personen. So vielen soll die geplante Überbauung «San Siro» beim Ostermundiger Oberfeld dereinst Platz bieten. Wo sich heute noch ein freies Feld neben einem Fussballplatz befindet, könnten bald die Baumaschinen auffahren.

Die Voraussetzung dafür ist aber der Entscheid des Ostermundiger Parlaments. Denn damit wirklich für so viele Leute gebaut werden kann, muss die Zone mit Planungspflicht abgeändert werden. Diese lässt im Moment nur eine lockere Bebauung zu und entspricht nicht dem Motto der Gemeinde nach innerer Verdichtung.

Höhere Häuser, dichter beisammen, so stellen sich die Verantwortlichen die Überbauung vor. Zwischen 160 und 190 Wohnungen sollen realisiert werden, fünf und sieben Stockwerke hoch sollen die sechs Gebäude sein, deren Investorin die Vorsorgestiftung VSAO ist. Insgesamt würde die Überbauung rund dreimal dichter ausfallen, als es die bisherige Regelung zulässt.

Rechtliche Fragestellungen

«Der Gemeinderat hat die Chance verpasst, etwas Zukunftsweisendes zu planen.»Kathrin Balmer, Präsidentin SP Ostermundigen

Am Donnerstag hätte der Grosse Gemeinderat über die Änderung der Überbauungsordnung entscheiden sollen. Das Geschäft hat aber im Vorfeld ordentlich Staub und Kritik aufgewirbelt, die SP etwa stellte einen Rückweisungsantrag. «Der Gemeinderat hat die Chance verpasst, etwas Zukunftsweisendes zu planen», sagt Kathrin Balmer, Präsidentin der SP Ostermundigen. Der Gesamteindruck der Überbauung stimme nicht. Balmer kritisiert unter anderem die Anzahl Parkplätze, die mit zwei pro Wohnung viel zu hoch ausfallen würde. «An einer so gut erschlossenen Lage macht das einfach keinen Sinn.»

Auch die Geschäftsprüfungskommission, die das Projekt analysiert, bevor es ins Parlament kommt, hat laut Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) rechtliche Fragestellungen aufgeworfen. «Diese bedürfen einer vertieften Analyse.» Deshalb wird das Geschäft nicht heute, sondern erst Ende August behandelt. «Der Gemeinderat hält aber an den inhaltlichen Grundsätzen der geplanten Überbauungsordnung fest», sagt Iten.

Berner Zeitung

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