Zum Hauptinhalt springen

Erleichterung in Ostermundigen

Das Ostermundiger Gemeindepersonal schliesst sich für gut 21 Millionen Franken der Pensionskasse der Stadt Bern an. Das hat das Volk entschieden. Damit fällt Angestellten wie Politikern ein Stein vom Herzen.

Ivo Wild (r.) verkündet das Ergebnis. Die Parteipräsidentinnen Rahel Wagner (EVP, links) und Lucia Müller (SVP, Zweite von links) freuts. Enrique Muñoz García
Ivo Wild (r.) verkündet das Ergebnis. Die Parteipräsidentinnen Rahel Wagner (EVP, links) und Lucia Müller (SVP, Zweite von links) freuts. Enrique Muñoz García
Enrique Garcia Munoz

Die Sonne scheint. Das passt bestens zur Stimmung beim Ostermundiger Werkhof. Dutzende Gemeindeangestellte haben sich hier versammelt, als das Handy von Ivo Wild klingelt. Der Hauswart des Dennigkofenschulhauses und Präsident der Mundiger Personalkommission nimmt ab, hört zu, bedankt sich, legt auf und verkündet: «Die PVK Bern ist angenommen!»

Die Menge applaudiert, ein paar Leute stossen einen Jauchzer aus. Bald sickert durch, wie deutlich das Resultat ist: Das Volk hat den Anschluss an die Personalvorsorgekasse der Stadt Bern (PVK Bern) mit 3064 zu 699 Stimmen gutgeheissen, das ist ein Ja-Anteil von über 81 Prozent. Die Variante Pensionskasse SHP ist mit 1931 zu 1505 Stimmen abgelehnt.

Der Anschluss an die PVK Bern kostet die Steuerzahler 21,05 Millionen Franken, die Variante SHP wäre laut Offerte 5,6 Millionen Franken teurer gewesen. Zudem bietet die PVK Bern den Angestellten bessere Konditionen. Sie sei «ein sicherer Hafen», habe einen guten Anlagemix und passe besser zur Gemeinde Ostermundigen, zählt Ivo Wild auf.

«Durchatmen»

Die letzten Monate seien «ein Wechselbad der Gefühle» gewesen, erzählt Wild. Bei den Mitarbeitenden habe Verunsicherung geherrscht. «Hätte das Volk nun Nein gesagt, hätte wohl eine Kündigungswelle gedroht.» Das Ja zur PVK Bern sei eine riesengrosse Erleichterung.

Werkhofmitarbeiter Peter Hur­ni hat inzwischen den Grill angeworfen. Auch er strahlt. Letzten November, nach der ersten Ostermundiger Pensionskassenabstimmung, war er bitter enttäuscht. Damals sagte das Volk Nein zu einem 31,6-Millionen-Sanierungskredit für die marode Personalvorsorgestiftung Bolligen-Ittigen-Ostermundigen (PVS BIO). Dass diese durch die PVK Bern abgelöst werde, «das tut gut», sagt Hurni, während er die Bratwürste wendet.

Nebenan steht Michel Berger, Regionalsekretär der Gewerkschaft VPOD, die mit dem Personal gekämpft hat. Bei aller Freude: Er hätte sich gewünscht, dass Gemeinderat und Gemeindepräsident im Abstimmungskampf deutlicher Position für ihr Personal beziehen. Minuten später trifft Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) ein.

Dass er sich im Abstimmungskampf zurückgehalten habe, habe praktische Gründe: «Hätte ich für die PVK Bern gekämpft, hätte es geheissen: Der setzt sich für diese Variante ein, weil er am meisten davon profitiert», erklärt Iten. Das habe er verhindern wollen – zum Schutz des Personals. «Jetzt können wir durchatmen.»

«Grosses Risiko»

Nach und nach treffen auch die Politiker beim Werkhof ein und gratulieren sich. Weniger euphorisch ist die Stimmung beim ­Komitee «Keine weitere Verschwendung von Steuergeldern», hinter dem die Parlamentsmitglieder Astrid Bärtschi (BDP), Colette Nova (SP) und Luca Alberucci (GLP) stehen. Dass die PVS BIO bald aufgelöst werde, sei erfreulich. «Damit ist das Hauptziel erreicht.»

Bedauerlich sei allerdings «die Intransparenz in der Kreditvorlage». Der Anschluss an die PVK Bern berge nämlich grosse Risiken. Weil sie überdurchschnittliche Leistungen biete, würden die 21,05 Millionen kaum reichen. Mittelfristig sei deshalb mit Nachkrediten zu rechnen, schreibt das Komitee.

Doch diese Zeilen mögen die Freude beim Werkhof nicht wirklich zu trüben.Resultat.Variante PVK Bern: 3064 Ja (81,4%), 699 Nein (18,6%). Variante PK SHP: 1505 Ja (43,8%), 1931 Nein (56,2%). Stimm­beteiligung 42,9%.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch