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Erst rechnen und dann bauen

Die GFL verlangt eine bessere Kostenkontrolle, wenn die Stadt baut. Die Kontrolle sei bereits heute gut, sagt der Gemeinderat.

Auch für das Kirchenfeld-Projekt sind im Kredit bereits Reserven eingerechnet.
Auch für das Kirchenfeld-Projekt sind im Kredit bereits Reserven eingerechnet.
Andreas Blatter

Am Wochenende befürworteten die Stadtberner Stimmberechtigten einen 46-Millionen-Kredit für die Sanierung und Erweiterung des Kirchenfeldschul­hauses. Dieses Projekt war der Auslöser für einen Vorstoss der Fraktion GFL/EVP, der eine bessere Kostenkontrolle bei den städtischen Hochbauten fordert.

«Es ist nicht das erste Mal, dass ein Hochbau-Vorhaben der Stadt Bern durch die im Vergleich zu anderen Bauherrschaften hohen Kosten auffällt», begründen die GFL-Stadträte Lukas Gutzwiller und Patrik Wyss ihre Motion. Sie fordern den Gemeinderat auf, dem Parlament Vorschläge zu unterbreiten, wie die Kosten von Hochbauprojekten besser eingegrenzt werden können. Es könnte, so ihr Vorschlag, bereits bei der Ausschreibung eines Architekturwettbewerbs ein Kostenziel formuliert werden.

Kosten bereits in Vorstudie

Mit ihrem Vorstoss rennt die GFL/EVP-Fraktion offene Türen ein, wie aus der Antwort des Gemeinderats hervorgeht. Bei den «bauenden» Abteilungen Hochbau Stadt Bern (HSB) und Immobilien Stadt Bern (ISB) nähmen die Kostensteuerung und Kostenüberwachung bereits eine «sehr zentrale» Rolle ein, betont der Gemeinderat.

Erste Kostenbetrachtungen fänden bereits in den Vorstudien statt. Es wird abgeschätzt, was es kostet, ein Gebäude zu erstellen und zu betreiben. Findet ein Wettbewerb statt, wird in der Ausschreibung die ungefähre Kostenerwartung vorgegeben. «Allerdings sollen die Kosten zu diesem Zeitpunkt kein Ausschlussgrund für ein Projekt sein», führt Stadtbaumeister Thomas Pfluger aus.

Es sei beispielsweise möglich, dass die Baukosten höher seien als die Vorgabe, ein Projekt aber längerfristig finanziell dennoch interessant sei. «Es kann sein, dass jemand eine clevere Idee hat, wie ein Gebäude günstiger betrieben werden kann.» Die Betriebskosten belasten die Stadtkasse mit 75 bis 80 Prozent deutlich mehr als die Investitionskosten. Der Baukredit entspreche ausserdem nicht den tatsächlichen Baukosten, differenziert Pfluger anhand des Beispiels Kirchenfeld.

Reserven eingerechnet

«Beim Kredit ist in der Regel eine Reserve von 10 Prozent eingerechnet.» Damit soll vermieden werden, dass beim Stadtrat während des Baus ein Nachkredit geholt werden muss, sollte etwas Unvorhersehbares auftauchen. Überraschungen könne es immer geben, wie zum Beispiel beim Bau der Kunstrasenfelder auf der Allmend, als ein altes Schwimmbecken gefunden wurde.

Die zu erwartenden Anlagekosten lägen beim Kirchenfeldschulhaus bei 42,4 Millionen Franken, sagt Pfluger. «Über alle Projekte gesehen, ist eine Überschreitung der Anlagekosten die Ausnahme.»

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