Erster Direktor des Klee-Museums verstorben

Das Zentrum Paul Klee war sein grösstes Projekt: Andreas Marti ist 77-jährig gestorben.

Andreas Marti. Foto: Tomas Wüthrich

Andreas Marti. Foto: Tomas Wüthrich

Michael Feller@mikefelloni

Bereits 2003, zwei Jahre vor der Eröffnung des Zentrums Paul Klee, sagte der Projektleiter Andreas Marti in dieser Zeitung: «Es gibt keine Alternative zur Fusion.» Bereits damals war klar, dass die Finanzierung des Museums eng werden würde und ein Zusammenschluss mit dem Kunstmuseum Bern nötig war.

Im Grundsatz gab es schon damals auf beiden Seiten Stimmen für diese Lösung. Bis zur gemeinsamen Dachstiftung und zur zusammengeführten Verwaltung sollte es noch 13 Jahre dauern, bis 2016, als Nina Zimmer Direktorin der beiden Museen wurde.

Dem Creaviva verbunden

Das zeigt: Das neue Berner Museum zu Ehren seines grossen Künstlers aufzugleisen, war eine Herkulesaufgabe, die Probleme der Betriebsfinanzierung zeichneten sich bereits früh ab. Andreas Marti half massgeblich mit, dass der Wurf mit dem Neubau von Stararchitekt Renzo Piano dennoch gelang. Bei der Eröffnung war Marti Gründungsdirektor. Als der Betrieb nach eineinhalb Jahren angelaufen war, übergab er an Juri Steiner.

Doch Marti blieb dem Zentrum verbunden, insbesondere dem dort beheimateten Kindermuseum Creaviva. Bis zuletzt war er Mitglied des Stiftungsrats der Fondation Musée des Enfants auprès du Centre Paul Klee. Im Haus gehörte er – obwohl er sich früh für eine Fusion ausgesprochen hatte – zur Fraktion der Bewahrer: Er half mit, den Stifterwillen von Maurice E. Müller (1918 bis 2009) zu verteidigen, und sprach sich gegen eine zu weitgehende thematische Öffnung des Zentrums aus. Nicht nur mit Kunstmäzen Müller pflegte er einen regen Austausch, auch mit Renzo Piano stand er in engem Kontakt.

Vorarbeiten für die HKB

Der 1941 geborene Andreas Marti, der klassische Philologie studiert hatte, arbeitete zuerst als Lehrer und später als Rektor am Bieler Gymnasium. Dann verschlug es ihn in die Kantonsverwaltung. Von 1984 bis 2001 war er Generalsekretär der Erziehungsdirektion – zeitweise unter Regierungsrat Peter Schmid, der später Klee-Stiftung-Präsident werden sollte.

Ab 1994 leitete er das Projekt Profaho, das sich mit der Schaffung von Fachhochschulen beschäftigte. Damit leistete er wichtige Vorarbeit unter anderem für die Gründung der Hochschule der Künste Bern (HKB) 2003. Ab 1995 half er beim Aufbau des Zentrums Paul Klee mit. Am 28. Dezember erlag Andreas Marti einer Krankheit.

Berner Zeitung

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