Ertrunkenes Mädchen war Gymnasiastin im Kirchenfeld

Bern

Bei den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Kirchenfeld ist die Betroffenheit gross. Eine Mitschülerin von ihnen ist am Mittwoch in der Aare ertrunken.

Ungeübte Schwimmer sollten nicht zwischen Schwellenmätteli (oben) und Kornhausbrücke (rechts am Bildrand) in die Aare steigen.

Ungeübte Schwimmer sollten nicht zwischen Schwellenmätteli (oben) und Kornhausbrücke (rechts am Bildrand) in die Aare steigen.

(Bild: Urs Baumann)

Grosse Trauer im Gymnasium Kirchenfeld. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule im Stadtberner Kirchenfeldquartier sind am Donnerstagmorgen darüber informiert worden, dass das Mädchen, das am Mittwoch in der Aare ertrunken ist, eine Mitschülerin von ihnen ist. Die 16-Jährige besuchte an der Schule das zweite Gymnasialjahr. Beim Rektorat des Gymnasiums wollte sich niemand zum Fall äussern.

Die Schülerin entschied am Mittwoch mit ein paar Kolleginnen, die Mittagspause fürs Aareschwimmen zu nutzen. Laut der Polizei stiegen sie oberhalb des Bärengrabens in die Aare. Was danach geschah, ist Gegenstand der polizeilichen Abklärungen. Beim Ausstieg sahen die Schülerinnen ihre Kollegin nicht mehr.

Nachdem sie erfolglos nach ihr Ausschau gehalten hatten, entschieden sie, zurück ins Gymnasium zu gehen. Eines der Mädchen blieb an der Aare und suchte weiter nach der Kollegin. Nach ihrer Rückkehr in die Schule informierten die anderen Gymnasiastinnen ihren Lehrer über den Vorfall. Dieser alarmierte um 14.30 Uhr die Polizei.

Die Polizei nahm die Suche nach der vermissten Schülerin auf und meldete am Mittwochabend, dass die Rettungskräfte eine junge Schwimmerin leblos beim Engehaldestauwehr gefunden haben. Die Kantonspolizei geht von einem Unfall aus.

Die Klassenkameradinnen und -kameraden der Verstorbenen hatten am Donnerstagmorgen schulfrei. Die Schulleitung hat in der Eingangshalle des Gymnasiums ein Bild von ihr und ein Kondolenzbuch aufgestellt.

Gefährlicher Aareabschnitt

Die Fachleute raten dringend davon ab, zwischen dem Schwellenmätteli und der Kornhausbrücke in die Aare zu steigen. «Für einen ungeübten Schwimmer ist dieser Aareabschnitt völlig ungeeignet», sagte Bernhard Fleuti, der Präsident der Sektion Bern der Schweizerischen Lebens­rettungs-Gesellschaft SLRG gegenüber «20 Minuten». Kanten im Mauerwerk von Nydeggbrücke und Untertorbrücke würden ausserdem Strömungsabrisse auslösen, die wiederum zu Wellen und Wirbeln führten, fügt er an.

Es gibt auch Markierungen, die auf diese Gefahr hinweisen. So steht beim Bärengraben eine Badeverbots-Tafel.

sny

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