EWB will ins Kunstmuseum investieren

Bern

Viel Euphorie und ein paar Neuigkeiten: Das Kunstmuseum hat über die Planung informiert.

Die Museumsleitung möchte einen Neubau des Berner Kunstmuseums realisieren, damit sich das Museum auch in Zukunft zu den führenden Schweizer Museen zählen kann.

Die Museumsleitung möchte einen Neubau des Berner Kunstmuseums realisieren, damit sich das Museum auch in Zukunft zu den führenden Schweizer Museen zählen kann.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Michael Feller@mikefelloni

Woher nimmt Jonathan Gimmel nur all die Begeisterung? Am Dienstag präsentierte der Stiftungsratspräsident des Kunstmuseums Bern an einer Podiumsveranstaltung den aktuellen Stand der Planung des neuen Kunstmuseums. «Ich habe gelernt, wie viele Menschen mit diesem Museum verbunden sind», sagte er beinahe gerührt.

Ein halbes Jahr lang hat das Museum nach Ideen gesucht, jede und jeden miteinbezogen, der seine Meinung zur geplanten Erweiterung kundtun wollte. Das Museum fährt eine regelrechte Charme- und Transparenzoffensive – mit dem Ziel: Ein Planungsdesaster wie in allen zuvor gescheiterten Projekten der letzten 13 Jahre gilt es zu verhindern.

Wohin nur mit dem Verkehr?

Nun, auf den Kopf gestellt hat das Mitwirkungsverfahren das Vorhaben nicht. Neu im Ideenkatalog ist etwa ein Fussweg am Museum vorbei runter ans Aareufer. In den Fokus gerückt ist in den letzten Monaten die Hodlerstrasse. Wohin mit dem Verkehr? Unterirdisch oder doch nur elegant beruhigt? Und wie zum Teufel passt die Parkhausausfahrt zum neuen schönen Museum?

Dazu will das Museum Antworten von der Stadt, und damit wären wir bei den Nüssen, die aller präsidialen Euphorie zum Trotz noch geknackt werden müssen. «Ohne Machbarkeitsstudie der Stadt zur Hodlerstrasse gehen wir nicht in den Architekturwettbewerb fürs Museum», sagte Jonathan Gimmel am Dienstag.

Was seine Zuversicht aber nicht schmälert, die Zeichen der Stadt seien positiv. Auch die Finanzierung muss jetzt geklärt werden. 85 Prozent der budgetierten Kosten sollen bis zur Ausschreibung gesichert sein. Und der Rahmen für den Wettbewerb soll noch dieses Jahr stehen.

Wenn schon, dann alles

Am liebsten wäre den Beteiligten unter drei vorgeprüften Varianten die maximale, die rund 83 Millionen Franken kosten würde. Sie beinhaltet einen grosszügigen Neubau anstelle des Atelier-5-Baus, der zusammen mit dem ursprünglichen Stettler-Bau und der Hodlerstrasse 6 ein Trio bilden soll. Die Minimalvariante für 55 Millionen Franken sieht eine Sanierung des Atelier-5-Baus vor und schliesst ebenfalls die Hodlerstrasse 6 mit ein. Dort ist derzeit die Kantonspolizei Bern eingemietet.

Die Stadt Bern hat signalisiert, dass sie bereit wäre, das Gebäude abzugeben. Darin würden die Museumsbüros untergebracht. Mit der Maximalvariante gewänne das Museum 1300 Quadratmeter Ausstellungsfläche, mit der Minimalvariante wären es 590 Quadratmeter.

Was macht die Stadt, steigt auch die Burgergemeinde ins Boot? Viele Fragen sind offen. Eine Zusage hat Energie Wasser Bern gemacht: Laut Jonathan Gimmel beabsichtigt der Energielieferant, die Kosten für die ganze Klimatisierung des Hauses zu übernehmen.

Berner Zeitung

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