Ex-Kassierin kassiert ihre Strafe

Wabern

Sie hat in die Kasse des Tennisclubs Eichholz gegriffen und 107'000 Franken für eigene Zwecke abgezweigt. Dafür wurde die Frau am Donnerstag zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Die ehemalige Kassierin des Tennisclubs Eichholz in Wabern veruntreute zwischen 2013 und 2015 über 100'000 Franken.

Die ehemalige Kassierin des Tennisclubs Eichholz in Wabern veruntreute zwischen 2013 und 2015 über 100'000 Franken.

(Bild: Google Streetview)

Stephan Künzi

Die Gerichtsverhandlung dauerte keine Stunde, dann stand fest: Die Ex-Kassierin des Tennisclubs Eichholz in Wabern kommt mit einer bedingten Geldstrafe von 360 Tagesssätzen – umgerechnet 18'000 Franken – davon. Bei zwei Jahren Probezeit.

Die Frau hatte den Verein zwischen Mai 2013 und Dezember 2015 während zweieinhalb Jahren um 107'000 Franken erleichtert. Mal hob sie am Automaten einen Tausender ab, mal überwies sie ein paar Tausender auf ihr privates Konto – die Buchhaltung manipulierte sie ­dabei so geschickt, dass ihr ein Laie kaum auf die Schliche kommen konnte. Das stellte Präsidentin Anna Mäder letztes Jahr fest, als die Sache aufflog.

Misstrauisch geworden war übrigens ein Jurist und Steuerexperte, der neu in der Rechnungsprüfung sass. Die Frau sah sich in der Folge gleich einem doppelten Vorwurf ausgesetzt – nämlich Geld veruntreut und Urkunden gefälscht zu haben.

Die hohe Summe allein hätte eigentlich eine höhere Strafe zur Folge gehabt. Richter Jürg Christen hielt der Angeklagten aber zugute, dass sie echte Reue gezeigt habe. Mit ihrem Geständnis habe sie dem Gericht zudem umfangreiche Abklärungen erspart.

Vor diesem Hintergrund kam es gar zu einem sogenannten abgekürzten Verfahren: Weil die Frau mit den Anträgen der Staatsanwaltschaft einverstanden war, blieb ihr am Donnerstag eine umfangreiche Einvernahme erspart.

Nicht für Luxusgüter

Von den 107'000 Franken hat die Frau dem Tennisclub bis heute 50'000 Franken zurückbezahlt, mithilfe ihrer Familie, wie Christen anmerkte. Und weiter: Das abgezweigte Geld habe sie nicht für Luxusgüter verwendet, sondern damit laufende Rechnungen bezahlt. Sie habe generell über ­ihre Verhältnisse gelebt.

Als ihre Verfehlungen bekannt wurden, verlor die Frau die Stelle. Sie lebt auch nicht mehr in Wabern: Der Druck sei so gross geworden, dass ihr nur der Wegzug geblieben sei.

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