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Experten finden mehrere Mängel an der Bernaqua-Decke

Die Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat ihren Bericht zu den Ursachen zum Deckeneinsturz im Erlebnisbad Bernaqua vorgelegt. Schuld ist eine fehlerhafte Aufhängung der Unterdecke beim garderobeseitigen Eckbereich.

Prüfender Blick nach oben – CEO Anton Gäumann im grossen Bad.
Prüfender Blick nach oben – CEO Anton Gäumann im grossen Bad.
Andreas Blatter
Für die Kinder: ein Piratenschiff und ein neues Becken.
Für die Kinder: ein Piratenschiff und ein neues Becken.
Andreas Blatter
Die Gäste warten im Westside.
Die Gäste warten im Westside.
Marc Mischler, Leserreporter
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Die betroffenen Parteien haben nun Gelegenheit, den Experten ergänzende Fragen stellen zu lassen. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland wird in ihrer weiteren Untersuchung abklären, ob Planungs- oder Montagefehler zu diesem Absturz geführt haben.

Experten stellen diverse Mängel fest

Beim Deckensystem des «Bernaqua» im Westside handelt es sich um eine abgehängte Deckenplatte, die von in regelmässigen Abständen angeordneten Hängern getragen wird. In ihrem 136-seitigen Bericht halten die Experten der Empa fest, dass mehrere sicherheitsrelevante Abweichungen von den Herstellerangaben festgestellt worden seien.

Als erste Absturzursache führen die Experten der Empa fehlende Hänger und die nicht ausreichende Randabstützung in einem weit auskragenden Deckenbereich an.

Zudem wurde ein um etwa 30 Prozent schwächerer Hängertyp als bestellt eingesetzt. Die Experten kommen deshalb zum Schluss: Wäre der stärkere Hängertyp eingesetzt gewesen, wäre die Decke wahrscheinlich nicht oder nur teilweise abgestürzt.

Wie die Untersuchungsbehörden am Freitag weiter mitteilten, werde das Verfahren wegen der beim Einsturz verletzten Person auch «unter dem Aspekt der fahrlässigen Körperverletzung» geführt.

Ausfälle in Millionenhöhe

Die Neue Brünnen AG zeigte sich in einer ersten Reaktion «froh», dass das Verfahren mit dem Bericht «einen wichtigen Schritt vorwärts kommt». Die umfangreichen Erkenntnisse und deren Auswirkungen müssten nun zunächst «im Detail analysiert werden». Der bisherige Schaden sei erheblich und belaufe sich insbesondere aufgrund der Einnahmenausfälle auf eine zweistellige Millionenhöhe.

Noch offen ist, wann die neue Deckenkonstruktion eingebaut und die Badehalle wieder eröffnet werden kann. Die Brünnen AG ist die Betreiberin des Freizeitzentrums Westside.

Beim Totalunternehmer war bis jetzt keine Stellungnahme erhältlich.

Am Abend des 12. Aprils 2011 stürzte im Erlebnispark Bernaqua in Bern-Brünnen ein Teil der abgehängten Decke aus ungefähr 15 Metern Höhe in die Tiefe. Dabei wurde ein Mann verletzt und eine Frau musste infolge Schocks vor Ort medizinisch behandelt werden.

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