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Fabrikool: Kanton führt Rampen­verkauf durch

Der Kanton Bern verscherbelt den Hausrat der «Fabrikool»-Besetzer und hält an der teuren Überwachung fest.

Am Mittwoch konnten Leute des Fabrikool-Kollektivs ihren Hausrat in der ehemals besetzten Schreinerei in der Länggasse abholen.
Am Mittwoch konnten Leute des Fabrikool-Kollektivs ihren Hausrat in der ehemals besetzten Schreinerei in der Länggasse abholen.
Michael Bucher
Am Freitag werden Kantonsangestellte den Rest des Mobiliars für ein «kleines Entgelt» verkaufen.
Am Freitag werden Kantonsangestellte den Rest des Mobiliars für ein «kleines Entgelt» verkaufen.
Michael Bucher
Seit die alte Schreinerei im Mai geräumt wurde, überwacht eine private Sicherheitsfirma das Areal. Das generiert Kosten in der Höhe von 10'000 bis 20'000 Franken pro Monat.
Seit die alte Schreinerei im Mai geräumt wurde, überwacht eine private Sicherheitsfirma das Areal. Das generiert Kosten in der Höhe von 10'000 bis 20'000 Franken pro Monat.
Michael Bucher
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Seit Mitte Mai ist die Besetzung der alten Schreinerei in der Berner Länggasse Geschichte. Nachdem das Fabrikool-Kollektiv die vom Kanton gesetzte Frist zum Auszug hatte verstreichen lassen, räumte die Polizei das Backsteinhaus an der Fabrikstrasse. Am Mittwoch lebte der Geist der Hausbesetzung nochmals kurz auf. Der Grund: Der Kanton öffnete die Tore des mit Gittern und Stacheldraht gesicherten Gebäudes, damit die Fabrikool-Leute ihre Besitztümer abholen konnten. Mit Flyer und Publikation im An­zeiger hatten die Behörden darauf hingewiesen.

Rund zwanzig Fabrikool-Sympathisanten waren am Mittwochmorgen auf dem Vorplatz zu­gegen und luden zum Kaffeeplausch, während auf der anderen Seite der Absperrung Zügelmänner stattliche Gerätschaften wie Musikanlagen und Werkbänke aus dem Haus trugen. Das Besetzerkollektiv betrieb dort unter anderem eine Velo- und Holzwerkstatt. Wer etwas abholen wollte, musste eine Kaufquittung vorweisen oder einen sonstigen Beweis, dass das jeweilige Objekt ihm oder ihr gehört.

Das Prozedere sorgte bei den Anwesenden für Kopfschütteln. Ihr Unbehagen richtete sich an Beat Keller vom kantonalen Amt für Grundstücke und Gebäude, der nebst Securitymitarbeitern und zwei Kantonspolizisten der Übergabe beiwohnte. Die Nachweise seien nötig, meinte er, sonst könne ja jeder kommen. Er wies darauf hin, dass am Freitag von 10 bis 16 Uhr vor Ort noch eine Art Rampenverkauf stattfindet. Für ein «kleines Entgelt» werde dort der Rest verscherbelt. Eine junge Frau fand es daneben, dass sie, um ihre Sachen abzuholen, noch bezahlen müsse.

Teure Überwachung

Vom Verkauf hat der Kanton als Besitzer der Liegenschaft nichts. Der Erlös gehe an die Stiftung Ronald McDonald, sagt Beat Keller. Umso höher sind die Auslagen. Die Überwachung des Areals durch eine private Sicherheitsfirma kostet laut Kanton zwischen 10'000 und 20'000 Franken pro Monat. Bis zum geplanten Startschuss für den Neubau im zweiten Quartal nächsten Jahres häufen sich so Kosten von rund 200'000 Franken an. «Der wiederholte Versuch, in das Gebäude einzudringen, macht leider eine sehr aufwendige Be­wachung notwendig», sagt Gerhard Ammann, Mediensprecher der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, dazu.

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