Flüge zu Planeten und fernen Sternen

BEA

Die Universität Bern nimmt das Publikum an der BEA mit auf eine Reise durchs Weltall. Die Ausstellung lenkt das Augenmerk mitunter auf die Weltraummissionen mit Berner Beteiligung.

<b>Auch die ganz Kleinen</b> sollen an der Ausstellung «Bern im All» das grosse Ganze des Universums verstehen.

Auch die ganz Kleinen sollen an der Ausstellung «Bern im All» das grosse Ganze des Universums verstehen.

(Bild: Adrian Moser)

Seit einem halben Jahrhundert ist die Universität Bern massgeblich an Weltraummissionen der amerikanischen Nasa und der Europäischen Weltraumorganisation ESA beteiligt.

Als die Amerikaner am 21. Juli 1969 erstmals auf dem Mond landeten, steckte Astronaut Buzz Aldrin – noch vor der US-Flagge – ein Sonnenwindsegel in den Mondboden. Mit diesem Experiment wurden Teilchen gemessen, die von unserem Mutterstern ausgesendet werden. Entwickelt wurde es an der Uni Bern – ein erster grosser Höhepunkt in der Berner Weltraumgeschichte.

Reise durchs Universum

Die Ausstellung «Bern im All» an der BEA (Halle 3.2) ist der Auftakt zu diversen Feierlichkeiten rund um das 50-Jahr-Jubiläum der Mondlandung. In einer grossen, mit schwarzem Tuch abgedunkelten Halle mit 190 Sitzplätzen zeigt das Planetarium Zürich täglich diverse kommentierte Shows.

Eine lädt zur längsten Reise, die man sich vorstellen kann, ein: an den Rand des Universums. Zuerst gehts zu unseren Nachbarn, den Planeten, dann weiter durch die Milchstrasse und schliesslich in die endlosen Weiten des Alls – und wieder zurück.

In einer anderen Planetariumshow fliegt das Publikum zu Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems. Tatsächlich wird sich die Uni Bern mit der Mission «Cheops» auf die Suche nach erdähnlichen Planeten machen.

Im Herbst dieses Jahres wird ein in Bern gebautes Teleskop mit auf die Reise ins All geschickt. Ziel ist es, ferne Planeten aufzustöbern, auf denen Leben möglich wäre.

Berner Instrumente im All

Ausserhalb des Planetariums werden dem Publikum die Weltraummissionen mit Berner Beteiligung auf Grossleinwand präsentiert. Diese sind allgemein verständlich erklärt, da auch viele Schulklassen zu Besuch sind. Es sind Reisen zum Planeten Merkur, zu Mars und Jupiter und zu Kometen.

Dass die Berner Weltraumforschung an der Weltspitze mitmischt, sollen Zahlen belegen: In den letzten 50 Jahren flogen 34 Instrumente mit Raketen in die obere Atmosphäre und in die Stratosphäre. 33 weitere wurden mittels Raumsonden ins All geschickt. Und weitere Reisen stehen erst noch bevor.

Astronomie am Mittag

«Astronomie am Mittag» heisst die Veranstaltung, die täglich ab 12.15 Uhr auf einer kleinen Bühne des Space-Cafés (hier gibts Speisen in Astronauten-Plastiksäcken) durchgeführt wird. Es sind Vorträge zu unterschiedlichen Themen. Gestern referierte Daniel Arnold vom Astronomischen Institut über die Lichtgeschwindigkeit und die Vermessung von Distanzen zu Satelliten.

Die Messung des variablen Schwerefeldes der Erde erlaube beispielsweise Rückschlüsse auf die Eisschmelze auf Grönland. «Zwischen 2002 und 2016 sind 280 Milliarden Tonnen Eis verschwunden», erklärte er.

Das entspreche 26-mal dem Volumen des Aletschgletschers. Heute stellt Astrophysiker André Galli den Planeten Jupiter und seine Monde vor. Der Riesenplanet ist auch Ziel einer Mission mit Berner Beteiligung, die 2022 starten soll.

Durchgeschüttelt

An der Sonderschau ist ebenso das Verkehrshaus der Schweiz (Luzern) mit einem Gerät präsent, dem Space-Transformer. Dieser simuliert das Trudeln in einer Raumkapsel. Da werden jeweils zwei Personen aus dem Publikum auf Sitze geschnallt und schwindlig gedreht. Ein Gaudi vor allem für Jugendliche, die glauben, das Zeug zum Astronauten zu haben.

Weniger strapaziös ist da die Malwerkstatt nebenan, wo Kinder die Frage «Was kann man im Weltall alles sehen?» bildhaft beantworten können. Am Mittwoch, 1. Mai, haben die Post und die Münzstätte Swissmint ihren Auftritt: Zum Jubiläum der ersten Mondlandung werden eine silberne Gedenkmünze (20 Franken) sowie eine Sondermarke präsentiert.

Das Programm: www.bea-messe.ch/highlights/50-jahre-mondlandung.aspx. Das Jubiläumsprogramm der Universität Bern wird Mitte Mai aufgeschaltet: www.bern-imall.ch.

Berner Zeitung

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