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Friedliche Stimmung in der Innenstadt

In Bern ist der traditionelle Zibelemärit ruhig verlaufen, wie die Kantonspolizei mitteilte. An über 600 Marktständen wurden kunstvoll geflochtene Zwiebelzöpfe sowie Waren aller Art verkauft.

Das «Gstungg» in den Gassen war ähnlich gross wie eh und je. Allerdings vermerkte die Polizei einen etwas geringeren Andrang als in andern Jahren.

Die Stadtberner Gewerbepolizei bewilligte 641 Standplätze gegenüber 648 im letzten Jahr. Nicht ganz alle Marktfahrer schafften es wegen des Wintereinbruchs in der Nacht, nach Bern zu gelangen. Alle 207 Gesuche für Zwiebeln, Obst und Gemüse wurden bewilligt; bei den Ständen für Waren aller Art wurden 84 Gesuche abgewiesen werden.

Zwiebeln und Tulpenzwiebeln

Zwiebeln gab es mit 59,1 Tonnen fast vier Tonnen mehr als letztes Jahr. Dazu kamen als Besonderheit im Jahr der Euro 2008 noch 20 000 Tulpenzwieblen aus Holland, welche Mitarbeitende der Botschaft ab den frühen Morgenstunden auf dem Bärenplatz verteilten. «Nicht zum Essen», warnten sie.

Dank einer speziellen, vom Künstler Ted Scapa gestalteten Verpackung und einer Anleitung zum Pflanzen der Tulpenzwieblen bestand allerdings kaum Verwechslungsgefahr. Die Aufschrift beschwor die bernisch-holländische Freundschaft: «Bern bleibt oranje».

Der «Zibeler» lockt nicht nur Bernerinnen und Berner an, sondern auch Tausende Gäste aus der übrigen Schweiz und dem Ausland. Darunter auch jene Frau, die schon seit 30 Jahren in Baden AG lebt, aber bereits am Vorabend anreiste, um um sich spätestens um 5 Uhr morgens ins Markttreiben zu stürzen.

Die Polizei zählte bis 11 Uhr 154 Cars, einen weniger als letztes Jahr. Die SBB führten je 20 Extrazüge von und nach Bern.

Die Polizei musste nur selten intervenieren, wie sie gegen Ende des Markttages mitteilte. Sie wies eine Gruppe von alkoholisierten Marktbesuchern zurecht, die auf dem Bundesplatz Waren zu Boden warf. Die Marktfahrer beurteilten den Geschäftsgang je nachdem mit «recht» oder sogar mit «gut».

Zum Zibelmärit gehörten wie jedes Jahr auch Konfetti sowie die nicht auszurottenden Plastikhämmer, die auf mehr oder oder weniger harte Bernerschädel niedersausten.

Ursprung

Wie alt der Anlass am 4. Montag im November ist, bleibt wohl für alle Zeiten ungeklärt: Ein Teil der Historiker ist überzeugt, dass er auf den Stadtbrand von 1405 zurückgeht, andere halten diesen «Zwiebeldank» an die Freiburger für Hilfe in der Not überhaupt nicht für erwiesen und setzen den Ursprung im 19. Jahrhundert an.

SDA/rue

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