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Vom Wankdorf nach Münchenbuchsee: Das Strassenverkehrsamt soll bis 2027 in einen 110 Millionen Franken teuren Neubau zügeln. Wie das Areal am Schermenweg künftig genutzt wird, ist noch offen.

Hier finden in Zukunft keine Fahr- und Fahrzeugprüfungen mehr statt: Das Strassenverkehrsamt verlässt das Wankdorf und zieht nach Münchenbuchsee.
Hier finden in Zukunft keine Fahr- und Fahrzeugprüfungen mehr statt: Das Strassenverkehrsamt verlässt das Wankdorf und zieht nach Münchenbuchsee.
Beat Mathys

Es ist eine Adresse, die Autofahrern aus dem Grossraum Bern bestens bekannt ist: das Stras­senverkehrs- und Schifffahrtsamt (SVSA) am Schermenweg im Wankdorf. Hier beginnt und endet für viele Neulenker die nervenaufreibende Fahrprüfung. Hier holt man vorfreudig sein Kontrollschild fürs Auto ab. Und hier bringt man alle paar Jahre naserümpfend sein Fahrzeug zur Überprüfung.

All das wird sich jedoch bald nicht mehr im Wankdorf abspielen. Wie der Kanton Bern gestern mitteilte, will er das Amt in die Buechlimatt nach Münchenbuchsee verlegen (siehe Karte). Am neuen Standort soll für bis 110 Millionen Franken ein Neubau entstehen. Dieser wird 260 Mitarbeitern des SVSA Platz bieten und künftig als neue Niederlassung die jährlich rund 125'000 Fahrzeugprüfungen und über 8000 praktischen Führerprüfungen abwickeln.

«Sanierung lohnt sich nicht»

Der Grund für den Wegzug aus dem Wankdorf ist laut Kanton der schlechte Zustand, in dem sich allen voran das Gebäude des Verkehrsprüfzentrums befindet. «Das Gebäude hat sein Lebens­ende erreicht», sagt Regierungsrätin Barbara Egger (SP). Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, hätten in der Vergangenheit bereits mehrmals kleinere Sanierungen durchgeführt werden müssen.

Langfristig hätte man das Gebäude aber totalsanieren müssen. «Das lohnt sich nicht», so Egger. Zudem sei eine solche Sanierung bei laufendem Betrieb nicht möglich.

Der Wegzug vom Wankdorf ist bereits seit längerem geplant. Schon 2013 hat der Kanton nach eigenen Angaben damit begonnen, nach alternativen Stand­orten für das Amt zu suchen. Insgesamt prüfte er 27 Areale – und wurde in der Buechlimatt in Münchenbuchsee fündig.

Das 21'000 Quadratmeter grosse Areal gehört zwei Besitzern: der Einwohnergemeinde und der Burgergemeinde Münchenbuchsee. Diese legen die beiden Parzellen zusammen, bilden eine Miteigentümerschaft und geben das Land im Baurecht ab – für jährlich rund 200'000 Franken. Der Zins wird aber erst fliessen, nachdem eine Baubewilligung vorliegt.

Der Kanton spricht von einem angemessenen Baurechtszins. Laut Claude Monnier, dem Sekretär der Burgergemeinde Münchenbuchsee, liegt der Zins in ­jenem Bereich, den bereits ansässige Betriebe bezahlen. Für Gemeindepräsident Manfred Waibel (SVP) stand nie zur Diskussion, dass die Gemeinde ihr Land verkauft, sondern dass sie es wie die Burger im Baurecht abgibt. Über den Vertrag mit dem Kanton entscheiden die Burgerversammlung im Frühling und die Stimmberechtigten von Münchenbuchsee im Herbst an der Urne.

Die Burgergemeinde hatte mehrere Interessenten für das Land. Aber das Projekt des Kantons erachtet Claude Monnier aus mehreren Gründen als sinnvoll: Es liegt nahe beim Autobahnanschluss, die Zufahrt führt nicht durchs Siedlungsgebiet, und ein Projekt über beide Parzellen vereinfacht das Prozedere. Ein umstrittenes unterirdisches Gewässer verzögerte bisher mögliche Vorhaben (siehe Kasten).

Künftige Nutzung noch offen

Bleibt die Frage, was aus dem Schermenareal im Wankdorf nach dem Wegzug des SVSA passiert. Das Gelände an bester Lage samt Gebäuden gehört dem Kanton. Ob er es verkaufen oder ­anderweitig nutzen wird, bleibt ­allerdings vorerst offen. «Das wissen wir noch nicht», so Egger. Eine Potenzialanalyse soll dar­über Aufschluss geben, was auf dem Areal möglich wäre.

Fakt ist: Mit seiner Nähe zur Autobahn, zum ÖV und zu Berns Zentrum ist das Areal attraktiv gelegen. Egger spricht von einem «Filetstück» in diesem Perimeter. Ob das auch bei der Stadt Bern Begehrlichkeiten wecken könnte? Schliesslich gilt der ­Perimeter Wankdorf, dem das Schermenareal angehört, als grösster und bedeutendster Entwicklungsschwerpunkt im Kanton.

«Es handelt sich um ein ­interessantes Gebiet mit grossem Potenzial», sagt Stadtplaner Mark Werren. Mehr könne er noch nicht sagen, weil man vom Wegzug des SVSA auch erst gestern erfahren habe.

Zunächst muss der Grosse Rat nun den Baurechtsvertrag und den Wettbewerbskredit genehmigen. Dann erst kann geplant und gebaut werden. Ab 2027 soll der neue Standort bezugsbereit sein.

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