Funkstille zwischen Reitschule und Kapo

Bern

Auch nach über einem Jahr Mediation kam es zu keinem Dialog zwischen Reitschülern und der Kantonspolizei Bern.

Am Verhandeln: Alt-Bundesrichter Hans Wiprächtiger.

Am Verhandeln: Alt-Bundesrichter Hans Wiprächtiger.

(Bild: Susanne Keller)

In Bern reden Reitschüler und Polizei seit längerem nicht mehr miteinander. Der Gemeinderat hat es sich denn auch seit geraumer Zeit zum Ziel gemacht, die Funkstille zwischen den beiden zu beenden. Im vergangenen Frühling erhielt Alt-Bundesrichter Hans Wiprächtiger die Herkulesaufgabe, das Einvernehmen zwischen Reitschulbetreibern und Polizei zu verbessern. Auf dass man wieder ins Gespräch komme, so die Weisung. 10'000 Franken Entschädigung für Wiprächtiger sind seither angefallen, über ein Jahr ist verstrichen.

Wie es um diesen Dialog steht, wollte kürzlich die städtische CVP wissen. Des Gemeinderats Antwort am Montag fiel einigermassen ernüchternd aus: Reitschüler und Kapo haben sich bis heute noch kein einziges Mal zusammen an einen Tisch gesetzt.

Die Reitschule-Betreiber würden aber Bereitschaft signalisieren, sich mit der Polizei auszutauschen. Mediator Wiprächtiger sei darum zuversichtlich, dass ein Gespräch nun zeitnah zustande komme. Der Gemeinderat beurteilt den Verlauf der Vermittlung in seiner Antwort denn auch als positiv.

Interpellant Michael Daphinoff (CVP) bezeichnet dies als «schlechten Witz». Die positive Beurteilung des Gemeinderats des sogenannten Dialogs findet er dreist, wenn man sich vor Augen halte, dass sich die Reitschule-Betreiber offenbar schon seit über einem Jahr weigern würden, mit der Polizei gemeinsam an einen Tisch zu sitzen.

Und dies trotz eines externen, neutralen Moderators vom Kaliber eines Alt-Bundesrichters, so Daphinoff: Diese Verweigerungshaltung sei typisch für die Reitschule-Aktivisten, und die Antwort des Gemeinderats stehe sinnbildlich für dessen Naivität und Nonchalance im Umgang mit diesem Thema, kritisiert er weiter. Der Gemeinderat sei darum mitverantwortlich, dass man die Probleme rund um das linksextreme Umfeld der Reitschule nicht in den Griff bekomme.

Berner Zeitung

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