Zum Hauptinhalt springen

Fusion: Golaten und Kallnach sind einen Schritt weiter

Golaten und Kallnach haben an ihren Gemeindeversammlungen über die Weiterführung von Fusionsabklärungen befunden. Beide Gemeinden sagten Ja – Golaten jedoch wesentlich knapper als Kallnach.

Die beiden Gemeinden zwischen Bielersee und Wohlensee.
Die beiden Gemeinden zwischen Bielersee und Wohlensee.

87 der 222 stimmberechtigten Golater und Golaterinnen sitzen im Mehrzweckraum des Schulhauses. «Diese Zahl geht wohl in die Geschichte ein», sagt Gemeindepräsident Hansjörg Tüscher. Während hinten ein paar Leute auf Pulten sitzen, sind vorne noch ein paar freie Plätze. Zwei Minuten nach 20 Uhr eröffnet Tüscher die Gemeindeversammlung.

Traktandum Nummer eins ist der Grund für den vollen Saal: Entscheid über die Weiterführung von Fusionsabklärungen mit Kallnach. Diese Gemeinde stimmt gleichzeitig über das Zusammengehen mit Golaten ab.

Die Golater Gemeindeversammlung hatte im November 2017 ihre Exekutive beauftragt, nach einem Fusionspartner Ausschau zu halten. «So haben wir einen Brief nach Kallnach geschickt, der positiv beantwortet wurde», erklärt der Gemeindepräsident.

Keine Einwände

In den letzten Monaten veranstalteten die beiden Gemeinden Infoabende und Sprechstunden. Zu diesen Terminen waren mehrheitlich Bürger aus Golaten erschienen. Gerade eine einzige Person aus Kallnach hat eine Sprechstunde besucht, um Näheres zu den Begleiterscheinungen einer allfälligen Fusion zu er­fahren.

Während der Mitwirkung gingen keine Eingaben ein. Daraus schliesst Hansjörg Tüscher: «Somit kann festgehalten werden, dass keine Einwände gegen eine Weiterführung der Fusionsabklärungen vorgebracht worden sind.»

Knappes Resultat

Diese Gemeindeversammlung geht vielleicht auch wegen ihrer Lebendigkeit in die Geschichte ein: Eine junge Mutter kommt mit ihrem Neugeborenen, um abstimmen zu können. Ein kleiner Bub rennt im Saal herum, mit dem Nuggi im Mund sorgt er für Heiterkeit.

Dann wird es ernst: Hansjörg Tüscher kündet eine geheime Abstimmung an. Rasch gehen die ausgefüllten Zettel an den Gemeinderat zurück. Das knappe Resultat: 46 Ja-, 39 Nein-Stimmen und 2 leere Zettel.

Eine stattliche Grösse

Zur gleichen Zeit im Nachbardorf: 101 Kallnacherinnen und Kallnacher sitzen in der Mehrzweckhalle, das sind sieben Prozent der Einwohner. Gemeindepräsident Dominik Matter (SVP) führt rassig durch die Präsen­tation des Fusionstraktandums.

Eine interkommunale Arbeitsgruppe hat die Auswirkungen einer Fusion in den Bereichen Politik/Organisation, Finanzen, Bildung/Soziales, Betriebe sowie Bau/Liegenschaften geprüft. Fazit: «Wir sind der Meinung, dass eine fusionierte Gemeinde leistungsfähiger ist», sagt Matter.

Mit total 2250 Einwohnern würde man zudem eine «stattliche Grösse» und somit mehr politisches Gewicht erreichen. Matter: «Zudem sind die Golater Menschen, die sich um ihr Dorf tun. So darf gehofft werden, dass sie sich auch in Kallnach in den Ämtern einbringen werden.»

Ein Drittel dagegen

Kallnach ist fusionserprobt: Vor fünf Jahren schloss sich die Gemeinde mit Niederried zusammen. Entsprechend pragmatisch gehen die Kallnacher mit dem Thema um, im Anschluss an die Präsentation gab es weder Fragen noch eine Diskussion.

Die Fusion ist für die Kallnacher auch einfacher als für die Golater, die mit emotionalen Aspekten wie der Schulschliessung zurechtkommen müssen. Und dennoch: Auch in Kallnach gibt es Gegner des Zusammenschlusses. 62 stimmten dafür, 32 dagegen, der Rest hat sich der Stimme enthalten.

Die Fusionsabstimmung findet in beiden Gemeinden am 19. September an einer ausserordent­lichen Gemeindeversammlung statt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch