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Gemeinde kann nun Druck machen

Der Kommentar von Redaktor Hans Ulrich Schaad zum Ja zum Baurechtsvertrag für den Neubau des Strassenverkehrsamts in Münchenbuchsee.

Die Vorlage hat die Gemüter in Münchenbuchsee bewegt und in den letzten Wochen und Tagen für Emotionen gesorgt. Nun haben sich die Stimmberechtigten für den Baurechts­vertrag mit dem Kanton Bern entschieden. Damit hat der geplante Neubau des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts in der Buechlimatt eine erste Hürde genommen. Aber das knappe Ergebnis muss die Verantwortlichen auch nachdenklich stimmen.

Die Diskussionen drehten sich um das Thema Verkehr. In Münchenbuchsee ist das seit Jahren ein Dauerbrenner. So steht etwa in der Verkehrsstudie zum Projekt, dass die Achse durchs Zentrum heute in den Spitzenzeiten überlastet ist. Die Lage werde auch in Zukunft angespannt bleiben.

Unter diesem Aspekt war die Annahme der Verkehrsexperten mutig, dass der Verkehr zum Strassenverkehrsamt das Zentrum nicht zusätzlich belasten und hauptsächlich über die Autobahn führen werde. Zumal der Neubau erst in knapp zehn Jahren in Betrieb genommen wird und sich in dieser Zeitspanne einiges verändern wird. Stichworte sind das Verkehrsmanagement Bern-Nord, das nächstes Jahr gestartet wird, und der Ausbau der Autobahn im Raum Grauholz-Schönbühl.

Die Gegner werden den Projektverantwortlichen genau auf die Finger schauen. Diese müssen im Rahmen des Bauprojektes aufzeigen, wie sich die Verkehrsflüsse entwickeln werden und wie der Zusatzverkehr bewältigt werden soll. Ein Strassenverkehrsamt – nomen est omen – generiert nun mal Strassenverkehr. Und der Autofahrer hört eher auf sein Gefühl und das Navigationsgerät als auf irgendwelche Prognosen und Annahmen von Verkehrsplanern.

So gesehen kann die Abstimmung am Sonntag als Streifkollision bezeichnet werden. Die Projektverantwortlichen müssen in den nächsten Jahren noch viel Überzeugungsarbeit leisten und konkrete Massnahmen umsetzen oder einleiten. Denn sie wissen: Fast die Hälfte der Bevölkerung ist skeptisch gegenüber dem Projekt, und die Verkehrsproblematik ist allgegenwärtig. Der Gemeinderat kann nun – mit dem Projekt für das Strassenverkehrsamt in der Hinterhand – Druck machen, damit der Kanton Bern in dieser Sache etwas unternimmt. Dann kann das Ja vom Sonntag zum Glücksfall werden.

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