Gemeinde Köniz holt Geld bei Vereinen

Köniz

Die Gemeinde Köniz verlangt künftig deutlich höhere Gebühren für die Benützung von Sporthallen und Schulräumen. Die Vereine sind nicht erfreut.

Floorball Köniz wird die Änderungen stärker zu spüren bekommen. Beim Spitzenunihockeyverein ist man alles andere als begeistert.

Floorball Köniz wird die Änderungen stärker zu spüren bekommen. Beim Spitzenunihockeyverein ist man alles andere als begeistert.

(Bild: Iris Andermatt)

Auf den ersten Blick wirkt die Publikation im Anzeiger unverdächtig: «Der Gemeinderat hat die Verordnung über die Be­nützung der Schul- und Sportanlagen durch Dritte beschlossen», steht dort. Sieht man sich die neue Verordnung, die in Köniz ab 2018 gelten soll, auf der Gemeinde-Website genauer an, wird klar: Hier wurde einiges verändert.

Konkret geht es um die Ge­bühren, die Könizer Vereine etwa für die Miete von Turnhallen oder Schulräumen bezahlen müssen. Die Tarife werden teilweise mehr als verdoppelt. Bei kleinen Vereinen dürften die Folgen verkraftbar sein.

Etwa beim U-Chor, der zwei Stunden pro Woche die Aula des Spiegel-Schulhauses mietet und dafür bisher 450 Franken pro Jahr zahlte. Künftig sind es 600 Franken. Das sei zwar immer noch günstig, sagt Chorprä­sidentin Regina Sigrist. Sie findet aber, Vereinstätigkeiten sollten gefördert werden. Denn: «Als Verein ist man oftmals nicht ge­rade auf Rosen gebettet.»

Das weiss man auch bei Floorball Köniz. Der Spitzenunihockeyverein wird die Änderungen stärker zu spüren bekommen. Entsprechend fällt dort die Re­aktion aus. «Wir haben gar keine Freude daran», sagt Finanzchef Roland Schütz. Rund 20 000 Franken bezahlt der Verein pro Jahr dafür, dass seine 22 Mannschaften die Hallen benützen können. Die Tariferhöhung dürfte einige Tausend Franken ausmachen. «Das ist für uns substanziell.» Nun müsse man höhere Mitgliederbeiträge prüfen. Beide Vereine wurden von der Ge­meinde nicht informiert.

Der zuständige Gemeinderat Thomas Brönnimann (GLP) verteidigt die Massnahme. «Die Gemeinde hat in den letzten Jahren viel in ihre Sportanlagen investiert und wird das auch weiterhin tun», sagt er. Damit komme man letztlich den Wünschen der Vereine nach. «Im Vergleich zu Bern sind die Gebühren immer noch deutlich tiefer.» Die Gemeinde rechnet mit rund 100 000 Franken Mehreinnahmen. Immerhin: Laut Brönnimann soll davon ein Teil wieder in die Infrastruktur fliessen – für die Vereine wohl aber ein schwacher Trost.

cha

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