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Gemeinde nimmt einen neuen Anlauf

Nachdem die Gemeindeversammlung Grossaffoltern ein Projekt zur Schulorganisation zurückgewiesen hatte, musste der Gemeinderat über die Bücher. Nun stehen zwei Varianten zur Auswahl.

Das Schulhaus Vorimholz ist eine der Liegenschaften, welche die Gemeinde verkaufen möchte.
Das Schulhaus Vorimholz ist eine der Liegenschaften, welche die Gemeinde verkaufen möchte.
Urs Baumann
Das Schulhaus Ammerzwil würde auch nach einem Verkauf weiterhin der Bevölkerung zur Verfügung stehen.  Bilder Urs Baumann
Das Schulhaus Ammerzwil würde auch nach einem Verkauf weiterhin der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Bilder Urs Baumann
Urs Baumann
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In Grossaffoltern kommt ein heisses Eisen erneut aufs Tapet. Heute werden die Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse an vier Standorten unterrichtet. Nicht Teil des Projekts ist die Oberstufe, die heute wie auch in Zukunft im Oberstufenzentrum Rapperswil konzentriert wird. An der Urnenabstimmung vom 26. November stehen zwei Varianten zur künftigen Schulorganisation zur Abstimmung.

Nun möchte die Gemeinde das Schulsystem vereinfachen. Einerseits soll die Schule attraktiv sein und den heutigen Anforderungen gerecht werden, auch im Hinblick auf den Lehrplan 21. Andererseits weisen alle Schulhäuser «einen grossen Sanierungsbedarf» auf, wie es in der Abstimmungsbotschaft heisst. Die Bauten stammen aus den Jahren 1911 bis 1965.

«Die Anforderungen an Sicherheit, Hindernisfreiheit und Energietechnik sind nicht erfüllt», sagt Susan Schürch, zuständige Gemeinderätin Ressort Bildung (parteilos). Das Schulgeschäft hat in Grossaffoltern «eine lange Geschichte», wie sie sagt. Vor drei Jahren schlug der Gemeinderat der Gemeindeversammlung eine Variante vor, bei der der Schul­betrieb auf die Standorte Grossaffoltern und Suberg hätte beschränkt werden sollen. Das Geschäft wurde zurückgewiesen.

Als neu gewählte Gemeinderätin hat Susan Schürch das zurückgewiesene Geschäft übernommen. «Mit einer neu zusammengestellten Projektgruppe und unter Beizug der PH Bern als externer Begleitung haben wir bei null angefangen und die alten Unterlagen in der Schublade gelassen», sagt sie.

Steuererhöhung steht bevor

Nun liegen zwei Varianten zur Abstimmung vor. Variante 1 sieht vor, den gesamten Schulbetrieb in Grossaffoltern zu konzentrieren. Weiterhin in Betrieb bleiben soll aber die Turnhalle in Suberg. Für die nötigen Umbauarbeiten am Schulstandort Grossaffoltern – es würde mehr Schulraum benötigt – werden Grobkosten von rund 10,5 Millionen Franken ­geschätzt. Bei der Turnhalle in Su­berg werden Umbau- und Sanierungsarbeiten im Umfang von 660 000 Franken erwartet, was total Investitionskosten von 11,2 Millionen Franken zur Folge hätte. Diese Variante bedingt eine Steuererhöhung von 1,55 Steuerzehnteln.

Variante 2 setzt auf die beiden Schulstandorte Grossaffoltern und Suberg. Bei einer Annahme würden in Grossaffoltern etwas weniger und in Suberg etwas mehr Arbeiten anstehen – die berechneten Kosten liegen etwa 1,1 Millionen Franken tiefer als bei der ersten Variante. Die Steuererhöhung würde in diesem Fall 1,43 Steuerzehntel betragen.

Gemeinderat für Variante 2

Der Grossaffolter Gemeinderat spricht sich für die Variante 2 aus. «Wir sind der Meinung, dass es Sinn macht, am Schulstandort in Suberg weiterhin zu unterrichten, da die Turnhalle in jedem Fall weiterhin verwendet wird», sagt Susan Schürch. Ein Verkauf wäre schwierig, da Schulhaus und Turnhalle nahtlos aneinander­gebaut sind. «Einer allenfalls späteren Totalzentralisierung steht nichts im Weg», sagt sie.

Nun haben die Grossaffolterer die Möglichkeit, eine, beide oder gar keine Variante anzunehmen. Trifft letzteres ein, muss sich der Gemeinderat mit dem weiteren Vorgehen befassen. Für eine Sanierung aller vier Schulliegenschaften müssten rund 6,5 Millionen Franken aufgewendet werden. Vorerst geht es aber noch nicht um einen Bau-, sondern um einen Projektierungskredit von 1,1 Millionen Franken. Geplant ist die Durchführung eines Projektwettbewerbs.

Die beiden Schulhäuser in Ammerzwil und Vorimholz, die bei beiden Varianten von ihrem Dienst entbunden würden, sollen umgezont und verkauft werden, dasjenige von Ammerzwil allerdings mit Auflagen. Ziel ist, dass diese Liegenschaft weiterhin der Bevölkerung als Begegnungszentrum zur Verfügung steht. Der dazugehörige Aussenbereich inklusive Sportplatz bleibt im ­Besitz der Gemeinde Gross­affoltern.

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