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Gemeinde will die Krone erhalten

Der letzte Gasthof im Dorf Rubigen steht vor einer ungewissen Zukunft. Das ruft die Gemeinde auf den Plan.

Krone Rubigen. Foto: Adrian Moser
Krone Rubigen. Foto: Adrian Moser

Wer im Gasthof Krone in Rubigen einkehrt, kann nicht nur ein Entrecote oder den Suure Mocke wählen, Frischkäseravioli oder Egli. Sondern zur Vorspeise auch Weinbergschnecken, sechs oder zwölf Stück mit Knoblauch-Kräuter-Sauce.

Noch letzte Woche sah es so aus, als würde sich sputen müssen, wer auf die würzigen Häuschentiere aus der Kronen-Küche steht. Da erklärte Besitzer Jörg Hess, dass er und seine Frau Ruth den Gasthof ab dem 22. März für immer schliessen würden, und zwar aus gesundheitlichen Gründen.

Doch nun können Schneckenliebhaber getrost das Schneckentempo einschlagen. Die Krone wird auch über den nächsten Frühling hinaus geöffnet bleiben. Das bestätigte Hess am Mittwoch. Wie lange er den Gasthof weiterführt, das bleibt vorerst offen. Fest steht nur, dass die Krone ab Anfang Jahr auch samstags geschlossen bleibt. Der Sonntag ist schon heute Ruhetag.

Für Gemeindepräsident Renato Krähenbühl (BDP) ist die Verlängerung eine gute Nachricht. «Die Krone ist der letzte Gasthof im Dorfzentrum.» Zwar gibt es noch das Café Berger, ein Caféim Bluemestübli und am Bahnhof das Bistrotto. Wer aber am Abend in Rubigen auswärts essen oder etwas trinken gehen will, kommt an der Krone nicht vorbei. Auch für die Bevölkerung sei sie sehr wichtig. «Im Saal finden regelmässig Vereinsanlässe statt.»

Wichtig fürs Dorfleben

Klar ist aber auch: Ewig wird Familie Hess nicht weitermachen. Für diese Zeit will Krähenbühl gewappnet sein. «Wir möchten die Krone für das Dorf erhalten.» In welcher Form, das sei offen. Darüber hat er auch an der Gemeindeversammlung informiert.

Jörg und Ruth Hess kauften die Krone vor achteinhalb Jahren seinem Vater Paul Hess ab. Seither führen sie den Gasthof zusammen mit Sohn Philippe, der in der Küche wirkt. Nun denken sie ans Aufhören. Auf die Suche nach einer Nachfolge haben sie sich gar nicht erst gemacht. Aber sie haben die Gemeinde über ihre Pläne informiert.

Der Gemeinderat wolle nun Möglichkeiten prüfen, wie sich die Gemeinde am Erhalt der Krone beteiligen könnte, sagt Krähenbühl. «Wir stehen für alle Ideen offen.» Klar sei aber auch: Ein Kauf mit einem Umbau würde schnell einmal mehrere Millionen Franken kosten. «Das wäre für die Gemeinde schwierig zu realisieren.»

Treffpunkt erhalten

In jüngster Zeit gabs mehrere Beispiele für Rettungsaktionen von Dorfbeizen. So wurden das Weisse Kreuz in Kallnach und der Sternen in Detligen durch Dorf-AGs erhalten, an denen sich Gemeinde, Burgergemeinde und Private beteiligen. Könnte das auch in Rubigen funktionieren?

«Eine solche Lösung wird nicht von vornherein ausgeschlossen», sagt Krähenbühl. Schwierigkeiten könnten sich allerdings ergeben, weil das Gebäude sehr gross sei. Es umfasse neben dem Gasthof auch weitere vermietete Wohnungen und Ladengeschäfte. «Da könnte die Gemeinde an Grenzen stossen.»

Sicher aber solle die Krone ein Treffpunkt für das Dorf bleiben und eine Verpflegungsmöglichkeit bieten. «Es muss nicht die grosse Küche sein.» Eine Option sei auch eine Postagentur, die durch einen Partner geführt wird. Denn die Postfiliale in Rubigen werde geschlossen.

Die Krone wurde vor fast 200 Jahren gebaut. Im Jahr 1947 brannte das Gebäude ab, wurde wieder aufgebaut. «Wir haben hier also nicht eine uralte Baustubstanz.» Aber besonders die Fassade in Richtung Münsingen sei sehr schön. Und das alte Wirtshausschild hat das Feuer überstanden. Der Gasthof ist denn auch denkmalgeschützt. «Das schränkt die Möglichkeiten ein», sagt Krähenbühl. Aber vielleicht könnte man auch den Schutz lockern.

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