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Gemeindepräsidium ist umkämpft

Vier Kandidaten bewerben sich bei den Wahlen um das Gemeindepräsidium. Anders als vor vier Jahren erhält Gemeindepräsident Andreas Hegg diesmal Konkurrenz.

Die Kandidaten (im Uhrzeigersinn von oben links): Amtierender Gemeindepräsident Andreas Hegg (FDP), Rolf Christen (BDP), Michel Rudin (GLP) und Margrit Junker Burkhard (SP). Bilder Beat Mathys / zvg

Der Lysser Gemeindepräsident Andreas Hegg (FDP) erhält Konkurrenz. Seit sieben Jahren übt er das Vollamt aus. Die Wahl 2009 gewann er mit 70 Prozent der Stimmen gegen die damalige SP-Kandidatin und Gemeinderätin Margreth Schär. Vier Jahre später trat niemand gegen ihn an. Bei den diesjährigen Wahlen ist er nicht der alleinige Anwärter auf das Gemeindepräsidium.

Die BDP und die GLP gehen für die diesjährigen Gemeinderatswahlen eine Listenverbindung ein und stellen für das Gemeindepräsidium je einen Kandidaten auf: Rolf Christen (BDP) und Michel Rudin (GLP). Auch die SP nominierte gestern Abend ihre Kandidatin: Margrit Junker Burkhard. Im September wird gewählt.

Keine Überraschung

«Ich habe grundsätzlich damit gerechnet», sagt Hegg nüchtern. Er versteht, dass die Parteien ihre Sitze im Gemeinderat sichern wollen und deshalb für das Gemeindepräsidium kandidieren. Er sehe aber der Wahl optimistisch entgegen und werde seinen Wahlkampf auf einer soliden Basis aufbauen können. «Ich konnte dank der Unterstützung meines Teams vieles realisieren», so Hegg. Der amtierende Gemeindepräsident blickt auf erfolgreiche Jahre zurück.

Er ist vor allem stolz, dass er die finanzielle Situation der Gemeinde im Vergleich zu vor sieben Jahren verbessern konnte. So habe man einen beachtlichen Schuldenabbau verzeichnen und gleichzeitig die Steuern senken können. Weitere Highlights seien etwa die Umsetzung der Ortsplanungsrevision von 2013 oder der Primatwechsel in der Pensionskasse gewesen.

Respekt vor einem möglichen zweiten Wahlgang hat Hegg trotzdem. Die Devise heisst momentan «So weitermachen wie bisher». Er hofft auch in Zukunft, Lyss mitgestalten zu dürfen.

Der moderate Alt-Politiker

Gemeinderat Rolf Christen war zwölf Jahre lang Gemeindepräsident von Busswil, bis dieses 2011 mit Lyss fusionierte. Er weiss also, was im Amt erwartet wird.

Seine Kandidatur sieht er keinesfalls als Kritik am derzeitigen Präsidium. Stattdessen wolle er der Lysser Bevölkerung, anders als vor vier Jahren, tatsächlich eine Auswahl geben. «Ich trete nicht gegen andere an, sondern bin nur auf meine Stärken und ­Alternativen ausgerichtet», so Christen.

Das Moto bei Christen heisst Nachhaltigkeit. Er nennt es «enkeltauglich politisieren», was für ihn einen Ausgleich zwischen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft bedeutet. Seine Stärke sieht er in seiner langjährigen Erfahrung.

Der junge Angreifer

«In Lyss fehlt eine langfristige Vision», sagt GLP-Kandidat Michel Rudin. Seine Kandidatur begründet der 31-jährige Jungpolitiker damit, dass sich Lyss an einem Wendepunkt befinde und er die Zukunft massgeblich mitgestalten wolle. Zentrale Aspekte seiner Wahlkampagne sind: Die ­Gemeinde wiederbeleben und Identifikation mit dieser schaffen, seiner eigenen Generation politisches Gehör verschaffen und Lyss zu einem Gymnasiumsstandort machen.

Er weist dabei Vorwürfe ganz klar zurück, er sei im Vergleich zu den anderen Kandidaten unerfahren. Als Grossrat, Kadermitglied einer Versicherung und ehemaliger Geschäftsführer des Konsumentenforums habe er für sein Alter schon viel erreicht.

Die Vierte im Bunde

Die SP zog am Freitag nach und nominierte Vizegemeindepräsidentin Margrit Junker Burkhard fürs Präsidium. Auch sie bringt viel Erfahrung mit und freut sich auf einen «spannenden Wahlkampf». Ein konkretes Programm sei sie noch am Ausarbeiten. Dabei will sie unter anderem den Service public zentralisieren und generationsübergreifende Projekte fördern.

Die SVP hat derzeit keine Präsidiumskandidaten gestellt. Ein potenzieller Kandidat, dessen Name derzeitig im Raum steht, ist Gemeinderat Jürg Michel. «Ich habe mir darüber noch keine konkreten Gedanken gemacht», sagt er zu den Gerüchten.

Mitte greift gemeinsam an

Christen und Rudin werden ­unabhängig voneinander Wahlkampf betreiben. Die beiden verfolgen aber ein ähnliches Programm. Ob sie sich gegenseitig bei der Stimmenverteilung aufheben werden, zeigt sich im Herbst.

Was nach der Listenverbindung von GLP und BDP aus der Fraktion der FDP/GLP im Lysser Parlament wird, ist noch unklar. Rudin sieht aber kein Problem darin, seinen Fraktionskollegen Hegg mit seiner Kandidatur anzugreifen.

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