Geteerte Strasse sorgt für Ärger

Seedorf

Die Gemeinde hat 2017 einen Teil des Försterwegs geteert. Doch nun stellt sich heraus: Es wurde zu viel asphaltiert.

Jahrelanger Streit: Seedorf hat 2017 Teile des Försterwegs geteert. Doch es wurde zu viel asphaltiert (Archivbild).

Jahrelanger Streit: Seedorf hat 2017 Teile des Försterwegs geteert. Doch es wurde zu viel asphaltiert (Archivbild).

(Bild: Stefan Anderegg)

Die Posse um den Försterweg in Seedorf geht in die nächste Runde. Nach einem langen Hin und Her, das 1995 begann, konnten sich das Tiefbauamt des Kantons Bern, der Landschaftsschutz und die Gemeinde 2016 darauf einigen, dass 95 Meter des staubigen Weges geteert werden dürfen. Und so wurde 2017 Asphalt aufgeschüttet. Eine Lösung, die allen passte – bis Anfang dieses Jahres.

Am Freitag teilte die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz mit, dass sie im Fall Försterweg eine Anzeige beim Regierungsstatthalteramt Seeland eingereicht hat. Denn «die Asphaltierung wurde nun in einem bedeutend grösseren Umfang vorgenommen», als im bewilligten Projekt festgehalten worden war. 95 Meter hätten es sein dürfen. Vermutlich seien es jedoch deutlich mehr, sagt Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung.

Der Hinweis ist nicht nur zum Landschaftsschutz gelangt: Beim Oberingenieurkreis III (OIK III) im kantonalen Tiefbauamt ist er bereits im Januar eingegangen, wie Remo Berger sagt, Sachbearbeiter Wanderwege und historische Verkehrswege im OIK III. Daraufhin habe er das Projekt nochmals unter die Lupe genommen: «Es wurden Wegabschnitte asphaltiert, wo es nicht zulässig war.» Nun müsse das Regierungsstatthalteramt Seeland entscheiden, wie es mit dem Försterweg weitergehen wird.

Der neu gewählte Seedorfer Gemeindepräsident Hans Schori (SVP) weiss bereits seit Anfang Jahr Bescheid über diesen Missstand. Er wurde ihm in einem Brief der Grünen mitgeteilt. Daraufhin habe er sich erst einmal vor Ort ein Bild gemacht: «Anscheinend wurden bei der Realisierung vor zwei Jahren noch Anpassungen vorgenommen, für die jedoch keine Bewilligung mehr eingeholt wurde.»

Schori findet, dass die Projektänderung um ein paar Meter durchaus sinnvoll gewesen wäre. Aber dies hätte dringend neu bewilligt werden müssen. «Wir müssen nun dafür sorgen, dass dies richtiggestellt wird.» Entweder wird die Gemeinde ein nachträgliches Baugesuch einreichen müssen, oder aber die unbewilligten Meter müssen rückgebaut werden.

Bieler Tagblatt

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