Gfellers am Bärenplatz machen drei Lokale zu

Bern

Schlechte Nachrichten aus dem Familienunternehmen Gfellers am Bärenplatz: Ende Jahr schliessen drei Restaurants an der «Front».

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Claudia Salzmann@C_L_A

Die Entscheidung bescherte Christian Gfeller schlaflose Nächte. «Nach langem Nachdenken muss ich sagen, es ist die vernünftigste Weise», sagt der Gastronom. Er führt am Bärenplatz die Lokale Chez Edy, Plattform und Gfeller. Diese befinden sich in 3 Häusern, die er und 15 weitere Parteien gemeinsam besitzen. Wie beim Kaiserhaus oder bei der Nationalbank sind am Bärenplatz grosse Sanierungen nötig. «Wir haben die nötigen Instandstellungen immer gemacht, aber wir konnten nie Grundlegendes renovieren», sagt Gfeller.

Der Koordinationsaufwand der 16 Parteien der Erbengemeinschaft wäre dazu zu gross gewesen, deshalb haben sie die Gebäude an die Immobilienfirma PSP Swiss Property verkauft. «Ich habe gehofft, dass es eine oder zwei Generationen später sein wird, aber jetzt ist es halt so», sagt der 65-jährige Gfeller. Er sei zwar im Pensionsalter, denke aber nicht ans Aufhören.

21 Tonnen Muscheln

Unter seinen Konzepten wittert er Potenzial, um einen zweiten Start zu wagen. «Ganz stolz bin ich auf unser Kuchenlokal. Das möchte ich an einem gut frequentierten Ort wieder aufmachen», sagt er. Das Lokal setzt auf Blechkuchen, ist Bernern als «Bürzi Casino» bekannt, da viele ältere Semester für Kaffee und Kuchen einkehren. Die Frequenz sei sehr wichtig, da sie die Frischegarantie von vier Stunden einhalten möchten.

Auch die Brasserie Chez Edy, die für frische Muscheln bekannt ist und letztes Jahr 21 Tonnen davon verkaufte, möchte er wieder aufleben lassen. Das Gleiche gilt für seine Wok-Küche, eine der vier Küchen der Plattform im ersten Stock. «Mit diesen Konzepten könnte ich mir vorstellen, in die Quartiere zu gehen. Wir sind sehr gut darin, und so würden die Leute auch zu uns fahren», ist Gfeller überzeugt. Die Plattform als Gesamtes, da mache er sich aber keine Illusionen, werde es wohl in dieser Form nicht mehr geben.

Dazu gehört La Pizzeria – mutmasslich die älteste Pizzeria der Stadt –, die 2018 das 50-Jahr-Jubiläum feierte. Gfeller senkte die Preise der Pizza auf das Niveau des Gründungsjahrs. Eine Pizza Margherita kostete 3.20 Franken. Ebenfalls letztes Jahr brannte es allerdings in diesem Lokal, weshalb es für mehrere Monate geschlossen war.

40 Jahre seines Berufslebens verbrachte Christian Gfeller am Bärenplatz. Mit 25 Jahren über zeugte ihn sein Vater, in den Betrieb einzusteigen. Das Elternhaus steht in Muri, wo seine Mutter lebt. «Auch ihr Herz ist am Bärenplatz, doch sie sieht, dass es die beste Entscheidung ist.»

34 Dienstjahre

Seine 75 Mitarbeitenden hat Gfeller persönlich informiert. «Die Stimmung ist natürlich gedrückt, aber viele haben signalisiert, dass sie bis zum Ende bleiben», sagt Christian Gfeller. 25 von ihnen seien über 10 Jahre da, 13 über 20 Jahre und einer sogar über 34 Jahre. «Gerade ihm gegenüber fühle ich mich verpflichtet, bei der Stellensuche zu helfen.» Rund 30 Angestellte möchte Gfeller an den neuen Orten weiterbeschäftigen.

Berner Zeitung

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