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Grosshöchstetten: Die Toiletten geben zu reden

Die Tagesschule in Grosshöchstetten platzt aus allen Nähten und soll deshalb erweitert werden. Dafür müsste die Bibliothek ausgelagert werden. Diese Lösung wurde nicht von allen Höchstettern bedenkenlos akzeptiert.

In Grosshöchstetten soll die Tagesschule ausgebaut werden.
In Grosshöchstetten soll die Tagesschule ausgebaut werden.
Manuel Zingg

«In einer Küche, die wie bei mir zu Hause aussieht, werden täglich bis zu 30 Mahlzeiten gekocht», erklärt die Gemeinderätin Christine Hofer die Lage der Tagesschule in Grosshöchstetten. Die Räumlichkeiten seien nicht mehr ideal dazu, die wachsende Zahl der Schülerinnen und Schüler aufzunehmen.

Deshalb sei der Gemeinderat auf die Suche nach einer Lösung gegangen, wie die Tagesschule ausgebaut werden könnte. Gemeinderat Magnus Furrer präzisiert an der Gemeindeversammlung: «Wir haben eine Erweiterung am bestehenden Standort geprüft. Diese wäre aber teuer geworden, weil wir dafür Abgrabungen an der Aussenseite des Hauses hätten durchführen müssen, um mehr Licht ins Gebäude zu lassen.»

Auch ein Zusatzbau auf dem Pausenplatz komme wegen der hohen Kosten nicht infrage. «Die Räumlichkeiten der Bibliothek für die Tagesschule umzubauen, ist mit Abstand die billigste Variante», erklärte Furrer. Der Gemeinderat rechnet dafür mit rund 250'000 Franken.

Im Keller aufs WC

Aber was soll mit der Bibliothek passieren? Diese könnte in die ehemalige Boutique Fahrni umziehen, wäre dort zentral gelegen und hätte mehr Platz als am bestehenden Standort. Der Mietzins von 18'000 Franken pro Jahr, den die Gemeinde dem Besitzer zahle, sei ein fairer Preis.

Einziger Haken am altehrwürdigen Gebäude: Es wird keine ­behindertengerechte Toilette geben. «Ein solches WC einzubauen, wäre eine riesige Geschichte», sagte Furrer. Darauf meldeten sich viele an der Gemeindeversammlung zu Wort. «Wie mache ich es, wenn ich mit meinen Kindern in die Bibliothek komme und die Toilette im Keller ist?», fragte beispielsweise eine besorgte Mutter.

Gemeinderat Magnus Furrer stellte klar: «Die WC-Situation ist sicher schlechter als heute, sie ist aber zumutbar.» Denn alle anderen Faktoren dieser Lösung seien positiv. Ob es denn wirklich ge­nügend Licht für eine Bibliothek habe, wollte eine andere Votantin wissen. «Das Licht wird ausreichen», erklärte Furrer zuversichtlich.

«Eine grössere und zentrale Dorf- und Schulbibliothek steigert die Attraktivität der ganzen Gemeinde», ist sich auch Gemeindepräsident Hanspeter ­Heierli (BDP) sicher. Heutzutage wähle man seinen Wohnort nach Kriterien wie einer funktionierenden Tagesschule und sonstigen Betreuungsangeboten aus. Am Ende der Diskussion wurde die Lösung des Gemeinderates mit einem Total von 97 zu 3 Stimmen angenommen.

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