Grüner Support für Zweirichtungstrams

Köniz

Die Grünen möchten Alternativen auf der Nünitram-Linie nach Kleinwabern diskutieren.

Mit nur einem Führerstand: Das heutige Nünitram.

Mit nur einem Führerstand: Das heutige Nünitram.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Stephan Künzi

Trams mit nur einem Führerstand, wie sie zur offiziellen Strategie von Bernmobil gehören? Oder nicht doch besser Trams mit zwei Führerständen, die quasi mit dem Einlegen des Rückwärtsgangs wenden können? Und so ohne aufwendige Gleisschlaufe auskommen?

Am Montag diskutierte das Könizer Parlament die Frage. Angestossen worden war sie von der Mitte, und das mit gutem Grund: Wenn das Nünitram dereinst nach Kleinwabern fährt, soll es auf der noch grünen Balsigermatte über eine neue Wendeschlaufe fahren. Diese braucht nicht nur Land, fraglich ist auch, inwieweit die Balsigergut-Stiftung als Eigentümerin bei so einem Projekt mitmacht.

Darauf machte in der Debatte nicht nur die Mitte aufmerksam. Auch die Grünen betonten, mit der Wendeschlaufe seien viele Unsicherheiten verbunden. Noch sei das Land nicht gekauft, noch werde auf dem Land weder gewohnt noch gearbeitet, so Christina Aebischer – in dieser Situation sei überhaupt nicht klar, wie zweckmässig die geplante Schlaufe überhaupt sei. Und ob Zweirichtungstrams nicht ein Baustein zu einer besseren Lösung sein könnten.

Die Grünen signalisierten der Mitte also Unterstützung in ihrem Bestreben, die Alternative zu den althergebrachten Einrichtungstrams zumindest näher unter die Lupe zu nehmen.

Zumal Fahrzeuge mit zwei Führerständen unbestrittene Vorteile hätten, wie Mitte-Vertreter Casimir von Arx (GLP) einmal mehr erläuterte: Sie seien flexibler einsetzbar, machten tiefere Investitionen nötig, kosteten im Betrieb weniger – und könnten jetzt, da in Kleinwabern und auch in Ostermundigen neue Tramabschnitte entstünden, einfacher eingeführt werden.

Trotzdem wollte die SP in der Mehrheit, wie ihr Sprecher Markus Willi sagte, die Debatte nicht weiter vertiefen. Auch sie hatte Angst – anders als die Grünen und die Mitte allerdings nicht davor, dass hohe Kosten und Widerstände der Eigentümerin für Verzögerungen sorgen könnten. Sondern davor, dass eine Debatte zum Wechsel von Einrichtungs- auf Zweirichtungsfahrzeuge die Linie nach Kleinwabern von Grund auf infrage stellen könnte.

«Wir begäben uns auf unsicheres Terrain», warnte Willi. Gross sei die Gefahr, dass sich die Arbeiten dann in die Länge zögen, «und solch hausgemachte Risiken trägt die SP nicht mit».

FDP und SVP beteiligten sich am Montag nicht an der Diskussion. Sie werden dazu aber nochmals Gelegenheit bekommen: Die Mitte hat einen zweiten, schärferen Vorstoss eingereicht und verlangt nun, dass sich der Gemeinderat mit aller Kraft für Zweirichtungstrams einsetzt.

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