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Gurlitt-Vertrag soll angepasst werden

Ende Jahr soll die deutsche Gurlitt-Taskforce aufgelöst werden – obwohl die Herkunft von rund 1000 Werken noch immer ungeklärt ist. Beim Kunstmuseum gibt man sich gelassen.

Das Berner Kunstmuseum kann die Gurlitt-Werke ausstellen: Das Oberlandesgericht in München hält den 2014 verstorbenen Kunstsammler Cornelius Gurlitt für testierfähig, wie es am 15.12.2016 mitteilte.
Das Berner Kunstmuseum kann die Gurlitt-Werke ausstellen: Das Oberlandesgericht in München hält den 2014 verstorbenen Kunstsammler Cornelius Gurlitt für testierfähig, wie es am 15.12.2016 mitteilte.
Urs Baumann
Im Fall des Werkes «Le Louvre, matin» (1902) von Camille Pissarro haben sich noch keine Erben gemeldet.
Im Fall des Werkes «Le Louvre, matin» (1902) von Camille Pissarro haben sich noch keine Erben gemeldet.
zvg
...sowie von Marc Chagall lagerten neben Müll in der Wohnung von Cornelius Gurlitt.
...sowie von Marc Chagall lagerten neben Müll in der Wohnung von Cornelius Gurlitt.
Keystone
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Ob die Bilder aus dem Nachlass Gurlitts nach Bern kommen, ist noch immer offen. Der Streitfall liegt vor dem Oberlandesgericht München, das ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben hat. Das neue Gutachten werde nicht vor Oktober fertig sein, hiess es zuletzt. Insidern zufolge kann sich der Fall noch lange hinziehen – falls die Entourage von Gurlitts Cousine, die dem Kunstmuseum das Erbe streitig macht, alle Möglichkeiten ausschöpft.

Schon jetzt hat die Verzögerung Teile der Vereinbarung zwischen dem Kunstmuseum und den deutschen Behörden zu Makulatur gemacht. So konnte das Museum bisher keine eigenen Vertreter in die deutsche Gurlitt-Taskforce entsenden. Zum Problem geworden sind auch die Fristen. Dass die Taskforce die Überprüfung der Werke «im Laufe des Jahres 2015 im Wesentlichen abgeschlossen haben wird», hat sich als völlig unrealistisch erwiesen.

Noch immer sind rund 1000 Werke in Abklärung. Und formal läuft der Auftrag an die Taskforce Ende Jahr aus. Über das weitere Vorgehen bei der Provenienzrecherche sei noch nicht entschieden worden, teilte das bayerische Kunstministerium gestern mit. Wird es ein neues Gremium geben? Oder muss Bern am Ende die Recherchen übernehmen? Nein, heisst es beim Museum. Das Problem mit den Fristen lasse sich mit einer Anpassung der Vereinbarung lösen. Die Gespräche laufen.

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