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Gymeler demonstrieren gegen Sparmassnahmen

Einige hundert Gymnasiasten aus dem Kanton versammelten sich am Dienstag in Bern, um gegen die Sparmassnahmen an ihren Schulen zu demonstrieren. Zur Kundgebung gehörte auch eine Rede des Grünen Blaise Kropf.

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Einige hundert Gymnasiasten nahmen an der Aktion teil.
Einige hundert Gymnasiasten nahmen an der Aktion teil.
Martina Summermatter
Die Schüler trudeln kurz vor 10.30 Uhr auf dem Rathausplatz ein.
Die Schüler trudeln kurz vor 10.30 Uhr auf dem Rathausplatz ein.
Martina Summermatter
Für die Protestaktion vor dem Rathaus haben die Gymeler keine Vorbereitungen gescheut:...
Für die Protestaktion vor dem Rathaus haben die Gymeler keine Vorbereitungen gescheut:...
Martina Summermatter
Sie haben ihre Statements...
Sie haben ihre Statements...
Martina Summermatter
...ihre deutlichen Meinungen...
...ihre deutlichen Meinungen...
Martina Summermatter
...ihre Solidarität mit den eigenen Schulen...
...ihre Solidarität mit den eigenen Schulen...
Martina Summermatter
...kritischen Ansichten...
...kritischen Ansichten...
Martina Summermatter
...ihre Anliegen...
...ihre Anliegen...
Martina Summermatter
...sowie die vermuteten Konsequenzen auf Leintücher geschrieben.
...sowie die vermuteten Konsequenzen auf Leintücher geschrieben.
Martina Summermatter
Die Demonstration verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.
Die Demonstration verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.
Martina Summermatter
«Weil an der Zukunft nicht gespart werden darf»: Einige hundert Gymeler machten auf die Konsequenzen von Sparmassnahmen aufmerksam.
«Weil an der Zukunft nicht gespart werden darf»: Einige hundert Gymeler machten auf die Konsequenzen von Sparmassnahmen aufmerksam.
Martina Summermatter
Zeitweise erinnert die Demo mehr an eine Openair-Stimmung als an eine Protestaktion.
Zeitweise erinnert die Demo mehr an eine Openair-Stimmung als an eine Protestaktion.
Martina Summermatter
Tamara Funiciello, Co-Präsidentin der JUSO Kanton Bern, unterstützte die Gymeler in ihrer Rede.
Tamara Funiciello, Co-Präsidentin der JUSO Kanton Bern, unterstützte die Gymeler in ihrer Rede.
Martina Summermatter
Die Organisatoren haben auch den Präsidenten der Grünen Kanton Bern und Grossrat, Blaise Kropf, auf die Bühne auf dem Rathausplatz Bern eingeladen.
Die Organisatoren haben auch den Präsidenten der Grünen Kanton Bern und Grossrat, Blaise Kropf, auf die Bühne auf dem Rathausplatz Bern eingeladen.
Martina Summermatter
Auch ein Genfer lobte die Berner Gymeler für ihr Engagement: Brian von einer Schüler-Gewerkschaft in Genf.
Auch ein Genfer lobte die Berner Gymeler für ihr Engagement: Brian von einer Schüler-Gewerkschaft in Genf.
Martina Summermatter
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Auf dem Berner Rathausplatz haben am Mittwoch einige hundert Gymnasiasten gegen Sparmassnahmen an ihren Schulen demonstriert. Ihr Protest richtete sich gegen das bereits im Herbst 2013 vom bernischen Grossen Rat verabschiedete ASP-Sparprogramm.

An der Kundgebung waren Transparente zu sehen wie etwa «Meine Zukunft steht nicht zum Verkauf!» und in Kurzreden sagten Schülerinnen und Schüler, Bildung sei das wichtigste Gut. Es sei falsch, bei der Bildung zu sparen.

Die Kundgebung finde erst jetzt statt, weil die Sparmassnahmen nun jetzt ihre Wirkung zeigten: Das sagte ein Sprecher der Organisatoren, Lukas Reinhard, Schüler am Gymnasium Lerbermatt Köniz, wo die Idee einer Kundgebung entstand.

Als Beispiel erwähnte Reinhard die Kürzung des Instrumentalunterrichts auf 30 Minuten im Schwerpunktfach Musik und die Streichung der Schwerpunktfächer Altgriechisch und Russisch. Beide Massnahmen sind nach Angaben der kantonalen Erziehungsdirektion seit 1. August 2014 in Kraft.

Grosser Rat soll Massnahmen rückgängig machen

Zur Kundgebung gehörte auch eine Rede des Grossrats Blaise Kropf (Grüne) und eine Abstimmung über einen Brief der Kundgebungsteilnehmer an den bernischen Grossen Rat. In diesem fordern die Gymnasiasten, das Kantonsparlament solle die Sparentscheide zurücknehmen. Einstimmig hiessen die Kundgebungsteilnehmer den Brief gut.

Eine Schülerin sagte in einer Kurzrede, angesichts des 212-Millionen-Franken-Ertragsüberschusses des Kantons Bern in der Rechnung 2014 sei das Sparpaket ohnehin überflüssig gewesen. Kropf führte es auf vorangegangene Steuersenkungen zurück und lobte die Schüler für ihr Engagement.

Die Kundgebung fand nach Angaben der Organisatoren auch aus einem zweiten Grund statt: Aus Solidarität zu den Lehrpersonen. Auf sie kämen angesichts der Sparmassnahmen Pensenreduktionen oder gar Entlassungen zu, heisst es in einer Medienmitteilung.

Schüler aus fünf bernischen Gymnasien nahmen laut Reinhard an der Demo teil. Auch aus Biel kamen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten an die laut den Organisatoren bewilligte Kundgebung. Sie dauerte rund anderthalb Stunden und endete kurz nach Mittag.

Durchgehend vier Jahre ab 2017

Sechs Sparmassnahmen an Gymnasien beschloss das Kantonsparlament gemäss einer Zusammenstellung des Vorstehers des kantonalen Mittelschul- und Berufsbildungsamts, Theo Ninck, im Rahmen des ASP-Sparprogramms. Sie alle sollen einen Spareffekt von insgesamt neun Millionen Franken haben.

Die mit 5,5 Millionen Franken gewichtigste ist die Einführung eines durchgehenden vierjährigen Gymnasiums im ganzen Kanton Bern. Sie bedingt eine Anpassung der Lektionentafel. In Kraft tritt diese Massnahme im August 2017.

Schon seit 1. August 2014 in Kraft ist neben den bereits erwähnten Streichungen beim Russischen/Griechischen und im Instrumentalunterricht auch die Massnahme, dass eine zweisprachige Maturität mit Englisch nur noch im Klassenverband möglich ist. Zudem sind auf dieses Schuljahr Gymnasien in Thun und Biel zusammengelegt worden. Das hat laut Ninck keine Auswirkungen auf das Angebot.

Ab dem kommenden Jahr senkt der Kanton Bern ausserdem seine Beiträge an private Gymnasien.

Kritik der Rektoren und Jungparteien

Die Schule fiel am Dienstag nicht aus. Laut den Demoorganisatoren lehnte die Rektorenkonferenz den Protest ab.

Kritik erfolte auch seitens der Berner Jungfreisinnigen. Ihr Präsident Thomas Berger sagte gegenüber der Berner Zeitung: «Man könnte meinen, der Kanton sei kurz vor einem bildungspolitischen Kahlschlag.» Schliesslich sei es Tatsache, dass die Bildungsausgaben von 2002 bis 2012 insgesamt um 700 Millionen Franken gestiegen wären.

Auch sei es laut Berger nur die halbe Wahrheit, dass Altgriechisch und Russisch gestrichen würden, zumal die Sprachen weiterhin als Freifach angeboten werden könnten. Der Jungpartei-Präsident ist der Ansicht, dass die Lehrer ihren Schülern angesichts des Schuldenbergs zulasten der kommenden Generationen die Komplexität der Thematik hätten aufzeigen sollen.

Ausserhalb Session

Schon am 13. März kam es in Bern zu einer spontanen, jedoch nicht bewilligten Kundgebung gegen die Sparpolitik. Im Gegensatz zur Schüler-Demo waren die Urheber damals aber nicht bekannt. Auf einem Flyer verwiesen die Protestierenden auf den Gymnasiasten-Streik vom 24. März und lobten das Unterfangen als vorbildlich.

Während der Marsch vom 13. März vor der Märzsession des bernischen Grossen Rats stattfand, kamen die Gymnasiasten am Dienstag etwas zu spät: Die Tagungs-Reihe endete bereits am letzten Donnerstag (19. März).

(SDA)

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