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Hägar und Co. mögen es richtig kalt

Für Moschusochsen, Rentiere und Eisfüchse darf es noch frostiger werden. Andere Bewohner des Tierparks werden in einen Pyjama gesteckt.

Stehen auf arktische Nächte: Die Moschusochsen im Dählhölzli übernachten derzeit gerne im Freien.
Stehen auf arktische Nächte: Die Moschusochsen im Dählhölzli übernachten derzeit gerne im Freien.
Urs Baumann

Hägar steht lieber im Schatten, zwischen den Betonmauern seines Stalls ist es angenehm kühl. Nun, wo die Temperaturen auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt bleiben, kommt manch Bewohner des Tierparks Dählhölzli allmählich auf Betriebstemperatur.

Für Hägar etwa, den Moschusochsen, sind Temperaturen von minus 50 Grad kein Problem. Läge sein Gehege nicht in Bern, sondern in La Brévine, wo die Temperatur in der Nacht auf gestern auf minus 29,9 Grad sank, es wäre ihm egal. Während des ganzen Winters übernachten er, die zwei Weibchen und die zwei Kälbchen draussen.

Gegen die Kälte schützt sie ihre Unterwolle und ihr Deckhaar. Die Unterwolle bleibt auch im Sommer erhalten, das Deckhaar dagegen wechselt in der warmen Jahreszeit.

Die Moschusochsen, die sonst in Grönland, Kanada, Alaska und Skandinavien zu Hause sind, befinden sich im Dählhölzli in einer Art ständigem Sommerurlaub. Südlich von Bern würden die Tiere nämlich nirgends gehalten, sagt Jürg Hadorn vom Berner Zoo.

Die Gründe sind einerseits das Klima, die Tiere mögen es nicht allzu heiss. Andererseits ist deren Haltung ziemlich aufwendig. Die Urtiere stehen unter einer Anti-Eiweiss-Diät, und ihr Gehege bedarf besonderer Sicherheitsmassnahmen. Massive Steinkörbe als Zäune sind dafür notwendig, den Kopfstössen der reizbaren Tiere standzuhalten.

Ein Pyjama für die Esel

Auch andere Bewohner des Zoos tauen bei der momentanen Kälte erst richtig auf. Die Rentiere oder die Eisfüchse sind sich arktische Bedingungen gewohnt, auch die Wisente oder der Schneeleopard verkraften den Frost gut.

Sowieso müssten nur wenige Tiere, die im Sommer draussen sind, im Winter extra reinzügeln, so Hadorn. Die Zwergohreulen und die Zwergziegen seien solche Kandidaten. Und den Eseln wird während der Winternächte im Stall eine Art Pyjama angezogen.

Der Eisfuchs kommt im Winter erst richtig auf Touren. Bild: Urs Baumann
Der Eisfuchs kommt im Winter erst richtig auf Touren. Bild: Urs Baumann

Seit November bereits nicht mehr im Freien untergebracht sind die Flamingos. Allerdings nicht der Kälte wegen, sondern als Massnahme gegen die Vogelgrippe. Die Tiere befinden sich hinter Glas in Quarantäne. «Frostige Temperaturen allein machen ihnen nicht viel aus», sagt Jürg Hadorn.

Die Zugvögel würden wegen des kürzer werdenden Tageslichtes nach Süden ziehen. Die Zeit für die Nahrungsaufnahme wird immer knapper, ihr Energiehaushalt gerate in Gefahr. In vergangenen Jahren haben die Flamingos im Dählhölzli auch schon draussen überwintert. Erst wenn der Teich zufriert, müssen sie umziehen. Die Verletzungsgefahr wird dann zu hoch.

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