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Hickhack um Stapi-Wahl: Schori und Schmidt bleiben im Rennen

Nach dem Hickhack zwischen den Mitteparteien und den Bürgerlichen wegen der Kandidaturen für das Stadtpräsidium sollen sich die Gemüter beruhigen. Das erwartet das Bürgerliche Bündnis, das derweil an seinen beiden Kandidaten festhält.

Alexander Tschäppät, der überlegene Sieger, nimmt Gratulationen von Beat Schori entgegen. Im Hintergrund ist Alexandre Schmidt zu sehen.
Alexander Tschäppät, der überlegene Sieger, nimmt Gratulationen von Beat Schori entgegen. Im Hintergrund ist Alexandre Schmidt zu sehen.
Keystone
Auch Alexandre Schmidt (FDP) bleibt nur die Rolle des Gratulanten.
Auch Alexandre Schmidt (FDP) bleibt nur die Rolle des Gratulanten.
Keystone
Bereits siegessicher? Der amtierende Stadtpräsident Alexander Tschäppät betritt in Begleitung seiner Lebenspartnerin Christine Szakacs das Rathaus.
Bereits siegessicher? Der amtierende Stadtpräsident Alexander Tschäppät betritt in Begleitung seiner Lebenspartnerin Christine Szakacs das Rathaus.
Keystone
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In dieser Angelegenheit habe sie zwar den roten Faden etwas verloren, räumte Dolores Dana, Präsidentin der Stadtberner FDP, am Dienstag vor den Medien ein. Sie verglich das Hin und Her mit dem Steuerstreit mit den USA. «Heute ist es so, morgen ist es anders», sagte sie. Und wenn man glaube, eine Einigung zu haben, sei es dann doch wieder anders.

«Wir werden das Gespräch mit den Parteien suchen, insbesondere mit der BDP», sagte die FDP-Präsidentin weiter. Dies werde aber noch nicht diese und wohl auch nicht nächste Woche geschehen, zunächst müsse sich die Lage beruhigen. Zudem seien von der anderen Seite widersprüchliche Aussagen gekommen.

Die sogenannte Mitte-Liste (BDP, CVP, EVP und GLP) sei ohne jede Absprache mit ihnen vorgeprescht, hielten die Vertreter des Bürgerlichen Bündnisses aus SVP und FDP fest.

BDP-Frau Vania Kohli hatte am Donnerstag ihre Ambitionen auf das Stadtpräsidium bekannt gegeben. Gleichzeitig forderte sie von FDP und SVP Rückhalt und dass diese Parteien keine eigenen Kandidaten stellen. Andernfalls ziehe sie ihre Kandidatur zurück.

Parteigremien entscheiden

Auf bürgerlicher Seite kam das nicht gut an. Am Freitag lancierte das Bürgerliche Bündnis Beat Schori (SVP) und Alexandre Schmidt (FDP) als Stapi-Kandidaten. Doch auch hier gab es eine Bedingung. Schori und Schmidt träten nur an, wenn Kohli ihre Kandidatur nicht zurückziehe, hiess es.

Im Moment bleiben Schori und Schmidt im Rennen. Das Bürgerliche Bündnis beanspruche seinerseits das wichtigste politische Amt der Stadt Bern, heisst es dazu in einer Mitteilung vom Dienstag.

Beide bürgerlichen Kandidaten müssen aber noch von den zuständigen Parteigremien bestätigt werden. Wer also am Ende doch noch oder eben nicht offiziell für das Stadtpräsidium kandidiert ist noch offen. Es hängt von den Gesprächen zwischen den Parteien sowie von den Entscheiden der Parteiversammlungen ab.

Unseriös und überheblich

«Eigentlich wollten wir den Wahlkampf auf Gemeinderatsebene führen», sagte Peter Bernasconi, Parteipräsident der Stadtberner SVP. Doch nun sei das Thema Stadtpräsidium in den Medien in den Mittelpunkt gerückt.

«Was jetzt läuft, ist unseriös», fügte Bernasconi an. Denn wenn sich jemand für das Amt eines Stadtpräsidenten zur Verfügung stelle, sei das ein grosser Schritt. Bisher sei es deshalb für einen Stapi- Kandidaten üblich gewesen, vor diesem Schritt zunächst als Gemeinderat tätig gewesen zu sein.

Alles andere sei überheblich, fügte Bernasconi an. Er habe mitunter das Gefühl, es gehe zum Teil einfach darum, in den Medien präsent zu sein.

Allerdings hegt nicht nur BDP-Frau Kohli, die jetzige Grossrätin und frühere Stadtratspräsidentin, Stapi-Ambitionen ohne erst Gemeinderätin gewesen zu sein. Auch die Kandidaten der SVP und der FDP sind nicht in der Stadtberner Exekutive.

Darauf angesprochen, verwies Schori auf seine Erfahrung als ehemaliger Stadtratspräsident und auf seine frühere Tätigkeit als Stadtrat während 12 Jahren. «Ich hätte mich nicht zur Verfügung gestellt, wenn ich nicht glaubte, dieses Amt ausführen zu können», sagte er. Schmidt verwies seinerseits unter anderem auf seine Erfahrung als Direktor der Eidgenössischen Alkoholverwaltung.

Weiteres Vorgehen besprechen

Die Mitteparteien wollen ihrerseits nun Gespräche für das weitere Vorgehen in Sachen Stapi-Kandidatur führen. Dazu war bereits am Dienstagabend eine Sitzung geplant, wie Vania Kohli auf Anfrage sagte.

Für die BDP-Kandidatin ist es nach wie vor nur sinnvoll, wenn aus den Reihen der Bürgerlichen und der Mitte eine einzige Person antritt. Nur so könne man eine Chance gegen den amtierenden SP- Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät haben.

SDA/tan

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